Das Leben, das Universum, und der ganze Rest, zwischen Unordnung und Ordnung, auf dem Weg zur Kohärenz ... GOLD-DNA beschreibt die Expansion und die Optimierung von ALLEM und die Bedeutung der Jahre 2012 - 2015
 Inhalt    Bücher    Seitenende    Fenster schließen    GOLD-DNA


 1  -  2   3   -  -  13  -  21  -  34  -  55  -  89  -  144  -  233  -  377  -  610  -  987  -  1597  -  2584  

   Die Goldene Phi(l)harmonie


VOM LEIDEN UND VOM GLÜCK

Science today focuses mainly on the twigs of the tree of knowledge,
attempting to add incremental detail. It assumes that
supporting limbs are robust.

Gerald H. Pollack

Es gibt ein PROBLEM, das sich IM SINNE EINER LÖSUNG nur langsam fragmentieren lässt. Im Rückschluss erkennt man an der Dauer ( ca. 14 Mrd. Jahre ) einer Problem-Fragmentierung die Schwere und auch die Bedeutung des PROBLEMS. Wenn sich aber ein Problem nicht langsam auflöst, sondern sich zunehmend verschärft, erlaubt sich nur eine Schlussfolgerung: Das fundamentale PROBLEM ist unbekannt und muss erst durch Entwicklung VOLLSTÄNDIG hervorgebracht werden.
Das PROBLEM löst sich durch fragmentieren, eine LÖSUNG erscheint durch de-fragmentieren. Ein zentrales Problem wird in viele kleine Probleme aufgespalten, und viele kleine Lösungen verdichten sich zu einer Gesamt-Lösung. Das Prinzip kann man als eine allgemeine Prämisse für Entwicklung betrachten ... und prinzipiell handelt es sich dabei um das, mehrfach erwähnte, offensichtliche Geheimnis des Kosmos als GANZES. Das Geheimnis ist die HARMONIE ...  bzw. das Verhältnis von Fragilität zu Antifragilität, welches Nassim N. Taleb in seinem Werk Antifragile - Things that gain from disorder mit dem Vokabular des männlichen Prinzip seinesgleichen näher zu bringen vermag.
HARMONIE hat jedoch mit der Harmonie überhaupt nichts gemein, nach der die EINEN sich mehr und mehr verzehren. Erstere bedarf der Unordnung, zweites dagegen blendet diese aus und versucht sie durch die Abstraktion zu ersetzen, die allgemeinhin als Normalität verstanden wird.


Die Bewertung eines Problems wird objektiver, wenn der Kontext erkennbar ist, in dem es erscheint, und das Problem relativiert sich durch die bereits existierende Lösung, die nur nicht erscheint, weil sie NOCH fragmentiert ist. Ohne Kontext herrscht Willkür. So schreibt der Archäologe Mike Parker Pearson in der Einleitung seines aktuellen Buches treffenderweise:

In archaeology context is everything. As a rule, an artifact or a monument studied in isolation is out of context and, as such, any interpretation of it will always be partial and flawed. If we can understand a monument in terms of what it is related to, who made it, how they lived, and what else they did, we stand a better chance of understanding the thing in itself as the product of wider forces. But the process of piecing together the past can be compared with assembling a jigsaw puzzle only so far. We may be able to see what fits together, but this will not necessarily reveal how it fits together. There must be a deductive insight—a flash of perception—that explains the hows and whys.

Mike Parker Pearson - Stonehenge ... a new understanding  S. 2

Kontext bedarf es nicht nur in der Archäologie. Ohne Kontext ist keine Kommunikation möglich ... und auch die reale Bildersprache bedarf des Kontextes, in dem ihr kognitives Bildvokabular zur Anwendung kommt.
Mit Bezug auf den Baum der Erkenntnis lassen sich Probleme, und auch das PROBLEM, im Kontext des GANZEN wie folgt beschreiben:
Sämtliche Verzweigungen, die zur Lösung von Problemen führen, liegen im Hochsommer unter einem dichten Blätterdach verborgen. Erst nachdem die Sonne ihren jährlichen Höchststand erreicht hat und das Jahr sich seiner zweiten Hälfte zuwendet, beginnen auch die Blätter zu schwinden, nach und nach. Im Herbst kommen die Stürme und die Blätter fallen schneller, freilegend, was sie in der Hitze des Sommers verbargen ... Lösungswege, die zur endgültigen Lösung für ein Problem führen bzw. zur Loslösung von umhüllter Unordnung, denn die Früchte, die zu viel Unordnung in sich tragen, fallen vor der Reife zu Boden, so dass diese Unordnung anderweitig vom Leben integriert werden kann. Cradle-to-cradle.
Schließlich, im Winter, befreit von jeglichem Laub, steht er da: der Baum, der das PROBLEM als Ganzes darstellt, mitsamt all der Problemlösungswege, die aus dem PROBLEM hervorgegangen sind, fragmentiert, als problematisches Fraktal, wobei längst alle reifen Früchte verspeist wurden, und alle Blätter verschwunden sind, die ihrerseits die kleineren Probleme und Problemchen darstellten, inklusive ihrer Lösungswege, als verzweigte Struktur in jedem einzelnen Blatt, die wiederum dem Baum als Ganzes ähnelt.

Nicht umsonst ist ein Baum einer der Hauptakteure der Darlegungen meines Projekts GOLD-DNA, lässt sich damit doch fabelhaft die Entwicklung des GANZEN vermitteln. Blicke ich nun zurück auf den Baum, sehe ich im Stamm besagtes Projekt, mit welchem für mich eine Entwicklung begann. Die UPDATES, die nach und nach entstehen, bilden das verzweigte Geäst, die GOLDENE PHI(L)HARMONIE dagegen die blattreiche Belaubung. Gemeinsam bilden sie ein werdendes Werk, Halt bekommend, durch die Verwurzelung all jener Werke und Einflüsse, aus denen mein Baum erwächst. Es ist ein dynamischer Prozess, eingebunden in ein GANZES, auf natürlichem Wege nicht über eigene Möglichkeiten hinausschießend und es zudem nicht zu bunt treibend ... ein Tanz der HARMONIE im fortwährenden Bestreben das PROBLEM mittels unzähliger Probleme maximal zu offenbaren, und um es anschließend zu lösen ...


Zum Vergrößern bitte Bild anklicken
Mit herzlicher Genehmigung
 AnOA 


 ... damit im nächsten kosmischen Lernprozess weiser erneut ans Werk gegangen werden kann.
Von wem ? Von GOTT natürlich, jedoch nicht als Schöpfer im kosmischen Off, sondern als Reisender durch die Verkörperungen der Schöpfung selbst ... den Weg besser (er-)kennend, als auf der Reise zuvor, ohne jemals zur Routine zu werden, ist das Leben doch nicht im Kosmos zuhause, sondern vielmehr der Kosmos zu Gast in uns, dem Leben als Ganzes.


 Quelle 

Aus der Sicht der  Kabbala  bildet der Stamm des Weltenbaumes im Laufe der Expansion das Kreuz, welches die Krone der Optimierung trägt. Und immer wenn es regnet, oder Sturm aufkommt, oder andere Einflüsse das Erscheinungsbild des Baumes dynamisieren und den Baum selbst nähren, fließen mitunter neue Ordnungsmöglichkeiten durch seine Wurzeln, seinen Stamm, sein Geäst, und durch die Adern und Äderchen seiner Blätter, zyklisch Früchte hervorbringend, die gereift, aktive Ordnung an jene weitergeben, die dafür empfänglich sind.

Auf meinen speziellen Baum fiel ausreichend Regen, in Form all jener Wegbegleiter im Geiste, die durch ihre Gedanken, die zu Büchern und Internetseiten wurden, dafür sorgten, dass der Baum prächtig gedeihen konnte und weiterhin gedeihen kann, regelrechte Wachstumsschübe mit eingeschlossen. Drei Bücher standen zu Beginn der PHI(L)HARMONIE im Fokus des Wachstums, weitere kamen im Verlauf hinzu, und so vermag es mich längst nicht mehr zu verwundern, dass nun, kurz vor dem Ausgewachsensein, und damit vor dem Ende der Reise durch das harmonische Reich von Phi, ein besonders intensiver Regenschauer über das Land meiner Kindheit zieht, insbesondere den GARTEN mit besonderer Zuwendung bedenkend. Vielleicht aber ist das auch nur Wunschdenken meinerseits ... oder der Regung von Empathie für das GANZE entsprungen ?!
Dieser Regenschauer, erwärmt von der alten Sonne der Expansion, die nahezu ihren energetischen Zenit erreicht hat, kommt  wieder als ''natürliches'' Buch daher, welches, im Gegensatz zu stummen, ''unnatürlichen'' ebooks, leise summend den Weg zu mir fand. Ein Buch, wie es kaum ein besseres geben kann, um abschließen zu können, was mit der Sprachkompetenz der Viren begann ... und welches aus ganz anderem Blickwinkel auf das GANZE zu blicken vermag. Trotz dieses Blickwinkels vereint es ALLES, was bisher als mein Baum des Lebens von mir dargelegt wurde, zu einem stimmigen Gesamtbild, diesem Tiefe verleihend bzw. zur Wurzel gelangend.

Die Rede ist von Arno Gruens neuem Werk DEM LEBEN ENTFREMDET ... und es ist nichts Geringeres als die Schatzkarte, die zum offensichtlichen Versteck des Geheimnisses des PROBLEMS, und aller daraus hervorgehenden Probleme, führt, LÖSUNG inklusive, was auch für alle anderen (Los-)Lösungen gilt.
Mein Lebenswerk ... äh ... Lebensbaum lässt sich in einem Wort zusammenfassen, auch wenn es inzwischen über 1000 Seiten bedarf, die zugehörige Geschichte im Kontext zu erzählen. Dieses eine Wort lautet HARMONIE. Arno Gruens Lebensbaum ... äh ... Lebenswerk gipfelt ebenfalls in einem Wort. Dieses Wort wirkt überall und wird doch sehr selten ausgesprochen ... und immer seltener wahrhaftig, und von ganzem Herzen kommend, gelebt. Gemeint ist die EMPATHIE.

Der Irrsinn des ganz normalen Wahnsinns

Die Dominanz bzw. Alleinherrschaft der linearen Weltanschauung nähert sich ihrem Ende, neuen Strömungen nach und nach weichen müssend. Immer mehr Bildvokabeln, die komplett in Großbuchstaben erscheinen, sind aus dem Bewusstsein derer verschwunden, die die Toleranzgrenzen zur Aufrechterhaltung des GANZEN nahezu maximal ausgekostet haben, auf Kosten der ANDEREN, und auf Kosten der Anderen der EINEN, in ihrer egoistischen Auslebung von Kontrollwut und der Anhäufung materieller Dinge, im Streben nach Besitz und Macht. Es ist der Weg der nahezu maximal real gewordenen Verklumpung der Dynamik der Wirklichkeit. Die Wandlung von  Atum  zu  Atom  ... die Maximierung der Denaturierung der kohärenten Weisheit.

Mensch und Menschheit zwischen Natürlichkeit und Verkünstlichung
im Laufe der expansiven Unordnung


Seit der Mensch sich von der Natur abwandte und sich dem eigenen Fortschritt immer begieriger zuwandte, sesshaft werdend, ist er zunehmend dem Kontrollwahn verfallen, immer weniger bemerkend, dass es immer mehr Anstrengungen seinerseits bedarf, um seine eigenen Vorstellungen der Realität als normal zu empfinden. Die Zukunft gewinnt an Bedeutung. Entscheidungen werden abgegeben, vereinheitlicht oder aber verdrängt. Heutzutage tauchen, bildlich gesprochen, immer mehr Ampeln in unserem modernen Leben auf, die uns sagen, was zu tun ist. Unentwegt verharren wir an einer Kreuzung, schon vorausgeplant, wohin wir, auf möglichst kurzem bzw. geradem Weg, möglichst schnell, wollen, und entsprechend haben wir uns eingeordnet. Das Kognitive hat uns fest im Griff und der Blick darauf wird immer kurzsichtiger. Alles, was wir mittlerweile brauchen ist das Signal im Außen, um isoliert vom Umfeld reagieren zu können.
Rot. Gelb. Grün.
Fällt die Ampel aus, haben wir ein weiteres Problem, und damit eine weitere Möglichkeit das PROBLEM weiter zu differenzieren. Wir sind plötzlich auf uns allein gestellt und müssen selbst entscheiden. Ungewohnte Wege, gegen den Strom, zu gehen, wird uns unter diesen Umständen sehr schwer fallen, mit dem Strom zu schwimmen dafür umso leichter. Die Fortführung des bisherigen Weges dagegen wird zum Hindernislauf, zum einen den zahlreichen Mainstreamern, und zum anderen den wenigen Gegen-den-Strom-Schwimmern ausgesetzt ... und der Gegenverkehr muss mitunter auch noch im Auge behalten werden. Brechen vertraute Kontrollen weg, die einem Sicherheit gaben und das eigene Fortschreiten ermöglichten, so tritt Ungewissheit hervor. Eine echte Kreuzung ohne Ampeln ist dabei noch eines der kleineren Problemchen, schließlich gibt es für diesen Fall Regeln ...

GOLDENE PHILHARMONIE - Gegen den Strom

Ampelkreuzungen müssen installiert, kontrolliert und gewartet werden. Es bedarf eines Steuerprogramms, um den Fluss des Verkehrs, mittels Begradigungen und Stauungen, zu kanalisieren. Zudem benötigen Kreuzungen die Zufuhr von Energie, sprich, elektrischem Strom.
Ganz anders sieht es bei einem Kreisverkehr aus, stellt sich hier doch eine Dynamik ein, die natürlichen Vorgängen deutlich näher kommt, als es bei einer Ampelkreuzung der Fall ist, zumal der an anderer Stelle beschriebe natürliche  Linksdrall  hier erneut eine Rolle spielt, zwecks Harmonisierung komplex erscheinender Vorgänge, wodurch ersichtlich wird, warum alltägliche Kreisverkehre weniger  Unfälle  hervorbringen, als es bei ebenso alltäglichen Kreuzungen der Fall ist.

Die Expansion ist ein Lernprozess bezüglich der Maximierung einer künstlichen Autorität, und sei es nur eine Ampel, derer es bedarf, um die Normalität zu wahren, in der festen Überzeugung, dass diese Normalität zugleich das einzig Wahre ist. Ist der Zenit dieser Entwicklung jedoch erst einmal überschritten, werden immer mehr Ampelkreuzungen auf Kreisverkehre umgestellt und Eigenverantwortung wird wieder an Bedeutung gewinnen ... bis letztendlich die Autorität für das GANZE wieder bei ALLEN liegen wird ... ohne Kreuz und Aber, jedoch immer mehr mit Herz und Kreis, in deren energetischer Mitte die Schlange ruht.
Immer mehr Menschen wird es auf diesem Weg ermöglicht sich, aus sich selbst heraus, für einen der möglichen Wege zu entscheiden, selbst wenn sie sich zuvor unentwegt im Kreisverkehr eines fragilen Teufelskreises ohne antifragilen Ausweg sahen.

Diesbezüglich lässt sich auch unser Verhältnis zur Arbeit, die selten unserer Berufung nachkommt, in das Gesamtbild einordnen. Arbeit, der Job, gleicht mehr und mehr dem Streben der EINEN nach Normalität, im Wahn, sich dabei von den ANDEREN isolieren zu müssen, wobei sich die Einen der EINEN zunehmend in den Wahnsinn hineinsteigern, sich auch von den Anderen der EINEN isolieren zu müssen und als deren Autoritäten aufzutreten ... wodurch zwangsläufig das Arbeitspensum für Alle steigt und Trennungen weiter vorangetrieben werden. Das mehr und mehr Frauen der Anderen Berufung gegen Beruf einzutauschen bereit sind, weil das männliche Prinzip mit der Stimme des Egos Erfolg, Ansehen und Karriere in tollsten, konsumierbaren Farben zur Schau zu stellen vermag, zeigt sich nicht nur durch die Verführung der weißen Leinwände, sondern auch durch den grünen Pfeil des Mainstreams. Der ursprünglich angedachte gelbe Weg wird mehr zum Wagnis, erst recht, wenn man selbst die Verantwortung für seine Wege übernimmt. Die eigene Autorität, zum Wohle eines größeren Ganzen, verschiebt sich, gerät aus dem Gleichgewicht, und ist nicht mehr energetischer Mittelpunkt des Individuums.

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann,
dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen,
da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.


Albert Einstein

Der Tanz, den man tanzt, entspringt dahingehend nicht mehr der inneren Musik, sondern orientiert sich zunehmend am monotonen Rhythmus von Außen. Der eigene Tanzstil, die eigentliche Berufung, verkommt zum Einheitsschritt, das Ich zum austauschbaren Sie, welches einer anderen Autorität den Weg bestimmen lässt. Doch wie sonst, so wird auch an diesem Beispiel deutlich, soll der Mensch seiner Rolle für das GANZE gerecht werden können, wenn nicht über den scheinbar endlos dargelegten Weg der Trennungen, Disharmonien, und energetischen Verschiebungen ?! Teufelskreise sind Notwendigkeiten, schließlich sind Engel, die in Spiralen fliegen, noch ziemlich rar, und bevor ich aus Arno Gruens Werk DEM LEBEN ENTFREMDET zitiere, sei es mir gestattet aus einem seiner Vorgängerbücher einen solchen Teufelskreis darzulegen:

Wenn ich allerdings jene Frauen sehe, die glauben, Gleichberechtigung bedeute die Freiheit, so ehrgeizig und machthungrig zu sein wie die "männlichsten" der Männer, dann fürchte ich, daß Frauen, die auf ihre Weise heilgeblieben sind, durch die eigenen Geschlechtsgenossinnen gefährdet werden. Denn nun werden sie sich nicht nur gegen Männer wehren müssen, sondern auch gegen jene Frauen, die die männliche Auffassung von Freiheit übernommen haben. Die "Freiheit", der Macht nachzujagen, um nichts von Furcht wissen zu müssen, verbündet sie mit der Verachtung, die Männer für das weibliche Geschlecht haben. Ein Selbst, das vor der Hilflosigkeit davonläuft, kann nur sehr beschränkt Teile seines inneren Geschehens erfahren. Es kann nicht mit seinen eigenen Schrecken und Unsicherheiten umgehen, kann sie nur negieren durch Verachtung und der Jagd nach Unverwundbarkeit. Das ist natürlich eine vergebliche Jagd für beide, da für Männer und Frauen die Hilflosigkeit, gerade weil sie gefürchtet wird, hinter jeder Ecke lauert. Diese Jagd führt zu Paranoia, Abwehr, Säbelrassseln und zum Wahnsinn des Wettrüstens.

Arno Gruen - Verrat am Selbst

Autorität im Außen beschleunigt die Fahrt der Expansion, mit verlängertem Bremsweg. Den Begriff der Autorität möchte ich hier nun anders einsetzen, als durch seine eigentliche Definition vorgegeben ist, wobei mein Einsatz der allgemeinen Definition nicht widerspricht. Allerdings ist jegliche Definition eine Ampelkreuzung, und damit eine Form der Trennung von der Dynamik des Kontextes, in welchem die Definition auftaucht.
Autorität lässt sich aus AUTOR und REALITÄT zusammensetzen und kommt so dem Bild der PHI(L)HARMONIE wesentlich näher bzw. der fabelhaften Geschichte vom Kosmos. Daher zeigt sich auch hier der wesentliche Unterschied zwischen der AUTORITÄT und den verschiedensten Autoritäten.
Arno Gruen beschreibt das Wesen der Autorität gemäß der allgemeinen Definition und zeigt auf, dass Autorität für jene von großer Bedeutung ist, die es nicht vermögen, empathisch zu sein, und jene, die ihr Leben komplett an die Autorität angepasst haben, sich ihr somit unterwerfen. Bricht die Akzeptanz der Autorität weg, dann offenbart sich mitunter enormes Gewaltpotential, welches sich gegen das richtet, woran sich zuvor angepasst wurde und was obendrein auch für gut befunden wurde ... allerdings nur, um somit nach Außen hin den Schein wahren zu können, alles sei normal. Dieses stellt eine offensichtliche Fragmentierung von Problemen dar.
Der Preis für die Aufrechterhaltung der Normalität, derer immer mehr Menschen bedürfen, um überhaupt ihr Leben leben zu können, ist der Verlust des Zugehörigkeitsgefühls zur gesamten Autorenschaft der Realität. Die kohärente Gemeinschaft dieser Autorenschaft, die aus allen bewussten Verkörperungen besteht, verkommt, seitens der Menschen, zum Mob, zum Kollektiv anonymer Gleichgeschalteter, die nur auf das grüne Licht warten, Blinker gesetzt, Navi programmiert, nicht mit sich selbst im Reinen sein könnend, und somit den Sinn für Kohärenz im Laufe ihres Lebens tief in sich vergraben habend. Stattdessen bauen sie auf den Gehorsam, den eine Autorität im Außen von ihnen verlangt.

Let it rain

Gehorsam bringt eine unmögliche Wirklichkeit hervor. Gehorsam führt zu einem Kreislauf der Geschichte, wodurch diese sich ständig wiederholt - ein Ausbruch scheint unmöglich zu sein.
Gehorsam war das Instrument, mit dem Herrschaft und Besitz abgesichert wurden, als sich diese Strukturen herausbildeten. Dies gelang, indem die Mächtigen den Unterdrückten die Identifikation anboten, damit diese scheinbar aus ihrem Elend und iherer Machtlosigkeit gerettet werden oder sich selbst retten. Diese Identifikation führt zu dem, was der finnische Psychoanalytiker Marrti Siirala treffend als ''illusorischen Besitz der Realität'' beschrieb. Wie tief dieser Mechanismus verankert ist, zeigt die paradoxe Tatsache, dass Rebellion, die zunächst im Namen der Freiheit ausgerufen wird, selbst so oft wieder in autoritären Machtverhältnissen endet.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 44

Ein Mob ist ein Phänomen der Zivilisation, eine Zusammenrottung vereinzelter Individuen, die sich in einer wütenden Tätigkeit verlieren und zugleich eine anonyme Einheit suchen. Er stellt ein Kollektiv dar, in dem die unterdrückten Gefühle, ohne Maß und Form, ohne Gleichgewicht oder Verantwortung nach außen explodieren. Dieses Kollektiv kann keine Gemeinschaft sein, nur weil es das Heuchlerische dieser Zivilisation, die es ja als unwert und überflüssig klassifiziert, als lügnerisch anklagt.
Eine Gemeinschaft von Individuen sieht anders aus. Sie existiert bei den ''primitiven'' Gruppen. Hier setzt sich der individuelle Stil durch.

[ ... ]

Die primitive Gruppe ist eine Gemeinschaft, sie ist kein Kollektiv, das sich auf spezielle Ziele ausrichtet, wie es in der Zivilisation auftritt. Kollektive erzeugen ein Gefühl des Aufgezwungen-Seins von außen und entfremden deswegen die Menschen.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 117

Ein weiterer Unterschied zwischen einem Kollektiv und einer Gemeinschaft ist das Empfinden von Beziehungen bzw. die Empfindungen, die in Beziehungen entstehen.
Ein Kollektiv ist eine Ansammlung individueller Trennungsgeschichten. Eine Gemeinschaft dagegen schöpft aus dem Fundus, den die Individuen durch ihre Beziehungen zueinander im Laufe der Zeit verinnerlicht haben, ohne ihn unter Verschluss zu halten und von anderen zu isolieren.
Ein Kollektiv ist ein Stausee mitsamt Sperrmauer. Eine Gemeinschaft ist der Fluss, der bergab, auf verschlungenen Wegen, dem Ozean entgegen fließt. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen den Einen und den Anderen der EINEN. Daher haben die Einen mit den Auswirkungen des PROBLEMS weit mehr Probleme, als die Anderen, die mit Problemen jeglicher Art untereinander ganz offen umgehen können. Daher offenbart sich in den Einen das eigentliche PROBLEM auch gänzlich anders, als es bei den Anderen der Fall ist, die aufgrund dessen auch ihre Beziehung zu den ANDEREN bewusster erleben, als es den Einen möglich ist.
Das Wahrnehmen der Andersartigkeit veranlasst die Einen zur Unterdrückung, zur Verfolgung, und im Extrem zur Vernichtung, der Anderen bzw. der Andersartigkeit. Dabei ist es jedoch nicht die Andersartigkeit an sich, sondern vielmehr das Unvermögen seitens der Einen die Zugehörigkeit zu den Anderen nicht ausleben zu können, muss diese doch mit allen möglichen Mitteln verneint werden und so als künstliches Feindbild hervortreten. Wobei, wie Arno Gruen es ausdrückt, erst die Feinde von Außen dazu führen, dass eine sonst zersplitterte Gruppe ihren Zusammenhalt findet ... und so zum Kollektiv werden kann.

Kein Wunder, dass die fabelhafte Geschichte des Kosmos mehr und mehr ihrer Fabelhaftigkeit beraubt wird und stattdessen den Charakter einer schlecht übersetzten, massenkompatiblen Gebrauchsanweisung annimmt, stereotypes Bildmaterial inklusive. Und das obendrein in einem Umfeld, in dem sich  Lesegewohnheiten  ändern, Aufmerksamkeitsspannen sich verkürzen und Ängste, vor Wahrheiten und der Wirklichkeit, der Expansion in ihrem Drang nach Größe in nichts nachstehen. Hinzukommt, dass wir dem Tod immer weniger verständnisvoll in die Augen blicken können, weil wir zu sehr mit unserer eigenen Zukunft beschäftigt sind. Aus dem Hier und Jetzt herauszutreten und auf der Überholspur vorauszueilen, bedeutet eine höhere Aufnahmebereitschaft reaktiver Unordnung ... ohne entsprechende Möglichkeiten diese wieder los zu werden. Die energetische Schuld, die wir uns somit selbst aufbürden, verschieben wir ins Außen, indem wir sie von uns abtrennen bzw.  abschneiden , und die Schuld auf diesem Wege auf Andere abschieben.

Der Konsens der realen Bildersprache sieht Rot als die Farbe der Liebe an, doch tritt dieser Konsens in den Hintergrund, wenn das Bedürfnis nach Normalität in den Vordergrund drängt. Die Farbe Rot signalisiert nunmehr GEFAHR ... und die nächste Ampelkreuzung liegt direkt voraus. Rushhour.

Genau an diesem Punkt erkennen wir, wie in unserer Kultur das abstrakte Denken, also das Kognitive, das empathische Denken ersetzt. Setzt diese zunehmende Abstrahierung ein, entfernen wir uns mehr und mehr von der Wirklichkeit. Ja, wir wenden uns dann unaufhaltsam dem Untergang zu. Dieser fast unmerkliche Vorgang geschieht keineswegs offensichtlich und ist weder sofort noch für jeden erkennbar. Denn alles, was den Verstand betrifft und umfasst, vom Rationalen über das Kognitive bis hin zum Abstrakten, wird mit der ganzen Wirklichkeit gleichgesetzt und ergreift von unserem Daseinsgefühl vollständig Besitz.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 13

Wir Menschen geben offensichtlich unsere ureigene Autorität, die im Grunde eines jeden Herzens, einer jeden Zelle, verankert ist, in das realisierte Außen ab ... und damit auch das Potenzial unseres Einbringens innerhalb der Autorenschaft, aller an der Realisierung des Kosmos Beteiligten, vor allem aber geben wir die Verantwortung für unseren Beitrag zur Wahrung des GANZEN aus der Hand. Die natürliche, einst fabelhafte, Goldene Philharmonie verliert an Bedeutung für den Einzelnen, künstliche Kultobjekte führen stattdessen die Takt gebende Musik von Außen zu. Die Einen verleiben sich dieses Potenzial nur allzu gierig ein, eine Leere in sich zu füllen hoffend, welche die Trennung von den ANDEREN in ihnen hinterließ. Da ihr Verstand jedoch mit dieser Gefühlssprache nicht Hand in Hand zu gehen vermag, bleibt die Leere bestehen und das Potenzial degeneriert zu reaktiver Unordnung, den Einen als nicht sättigende Nahrung dienend, um ihr expansives Treiben von Größe, Macht und Besitz hungrig fortzuführen. Wozu Honig essen, wenn man Bienen vertilgen kann ... und der Schmerz fortwährend unterdrückt werden muss ?

Was ist Größe ? Es ist im Grunde ein Begriff, der verschleiert, um was es eigentlich geht, nämlich das Ausmaß von Entfremdung und Nicht-Identität, die das Bewusstsein der so hoch gehaltenen Zivilisationen prägen. Der Verlust des Inneren, der empathischen Wahrnehmung, führt dazu, dass wir Größe als Kompensation für diesen verlorenen Teil suchen.
Und Größe heißt, wie Eugene O'Neill es so klar darstellte, etwas außerhalb des eigenen leeren Selbst zu besitzen, um auf diese Weise in den vermeintlichen Besitz der verlorenen Seele zu kommen. Es ist das Defizit, das aus der Entwertung des Mitgefühls entsteht, und das man durch die nie endenden Versuche des Besitzes von äußeren Objekten zu füllen trachtet.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 118

Doch augenscheinlich sind wir Menschen in unserer Rolle als Verkünstlicher der Wirklichkeit bereits viel weiter fortgeschritten, bezeugt durch den Ausbruch oberflächlicher Emotionen, anstelle des Empfindens von tiefem Mitgefühl. In unserem Bestreben die Realität als Normalität zu konservieren, um der Leere in uns nicht entgegentreten zu müssen, lassen wir uns zunehmend in die künstlichen Arme technologischer Algorithmen fallen, nur noch Äußerlichkeiten betrachtend bzw. aufnehmend und Inneres meidend.
Gleiches geschieht natürlich mit dem Konsens der realen Bildersprache, vermag dieser doch umso mehr, dauerverliebt, mit der Aufrechterhaltung der scheinbaren Normalität Hand in Hand umherzuziehen, je weniger die Wirklichkeit sich in der Realität wiederfindet. Nur so kann der Spannungsbogen zwischen dualen Bilderpaaren maximiert werden.
Dieser Konsens entspringt vermehrt den EINEN, uns Menschen im Allgemeinen, darüber hinaus jedoch vermehrt den Einen der EINEN ... deren Zeit gekommen scheint ihren Konsens in virtuellen Räumen auszuleben, zwecks Erschaffung eines ebenso virtuellen Konsens, weitestmöglich entfernt vom wirklichen Wesen der HARMONIE und dem eigentlichen PROBLEM des GANZEN.

So greifen wir, die EINEN, des geraden, flachen Weges wegen, vermehrt auf Konsens-WIKIPEDIA zurück, wenn wir Antworten auf reales Bildvokabular suchen. Doch Antworten auf Herzensfragen sucht man auf WIKIPEDIA vergebens.
Oder wir befragen Konsens-GOOGLE, wobei man fast schon sagen kann, wenn GOOGLE etwas nicht findet, dass es eigentlich auch gar nicht existiert. GOOGLE befriedigt das Kognitive und auch die Suche nach Bildern, allerdings bleibt der Kontext mit dem GANZEN gänzlich auf der geraden, flachen Strecke.
FACEBOOK mit seinen Konsens-Freunden und seinem Konsens verstärkenden Slogan LIKE IT geht in dieselbe Richtung des kontrollierten linearen Fortschreitens.
HOME, sweet HOME. Nach Hause telefonieren ? Die Zeiten ändern sich.

My definition of modernity is humans' large-scale domination of the environment,
the systematic smoothing of the world's jaggedness,
and the stifling of volatility and stressors.
Nassim N. Taleb  -  Antifragile

Was uns der virtuelle Konsens vermittelt wird von uns, wenn wir den Blick vom Display und Monitor abwenden, in die eigentliche Realität getragen und mehr und mehr mit der Wirklichkeit gleichgesetzt. Vor allem aber sickert dieses verzerrte Bild der Wirklichkeit, das zunehmend unschärfer werdende Phi, jenseits der GROSSBUCHSTABEN, nach und nach in das Erleben der kindlichen Welt, bedingt durch die kindlichen Bezugspersonen, denen obendrein empathisches Empfinden abhanden gekommen ist, zunehmend der Verführung der Vereinfachung des Wesentlichen erliegend, die der Fortschritt notwendigerweise mit sich bringt. Dass sich unsere Sprachen, in deren Umfeld die Kinder aufwachsen, entsprechend verändern (müssen), wurde bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben.

Was ist also Wirklichkeit ? Und zwar dann, wenn wir von Geburt an dazu angehalten werden, die Welt so zu sehen, wie man sie uns vermittelt und sie uns vorschreibt. Wir sollen die Wirklichkeit offensichtlich nicht so wahrnehmen dürfen, wie wir sie von Geburt an zunächst erfahren haben. Diese eigenen Wahrnehmungen sind vor und nach der Geburt vorwiegend empathisch und nicht vollständig kognitiv geprägt. Empathische Wahrnehmungen wirken unmittelbar und sind unbeeinflusst von gesellschaftlichen Erwartungen. Daher sind sie realitätstreu. Kognitive - also ausschließlich auf den Verstand bezogene - Wahrnehmungen hingegen kommen nie ohne Verzerrungen zustande, da sie auf Erwartungen der Menschen verweisen, die uns bemuttern, und nicht auf die Bedürfnisse des Kindes zurückgehen.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 12

Und damit kommen wir zu des Pudels Kern, der selig in einem Garten einer Vorstadt schläft, eingebettet in die HARMONIE des GANZEN, während sein Herrchen, mit einem Knochen an der Leine, ahnungslos Gassi geht, über den Regen fluchend, der jedoch im Folgenden seine Notwendigkeit für die Blüte meines Baumes offensichtlich werden lässt, weshalb ich aus Arno Gruens Buch derart reichhaltig zitiere. Des Pudels Frauchen derweil vermag zu erahnen, worauf ich hinaus will, vermeidet es aber aus gutem Grund ihren Gatten darauf hinzuweisen, dass er statt des Pudels den kernigen Knochen durch den Regen führt. Alles Routine. Alles Gewohnheit. Alles scheint ganz normal.

Let it rain some more

Ernest G. Schachtel zeigt in ''Memory and childhood amnesia'' wie Kindheitserinnerungen in unserer Sprache nicht reproduziert werden können, da die Sprache der Erwachsenen keine Kategorien für die intensiven Erlebnisse hat, die so typisch für die frühe Kindheit sind. Was so viele der angeblich primitiven Völker von denen der großen Zivilisationen unterscheidet, ist ihre Vielfalt bezüglich der Wahrnehmung der Welt ihrer sprachlichen Fähigkeit, diese wiederzugeben. In diesem Punkt sind sie uns weitaus überlegen und bewahren sich eine Sensibilität in allen empathischen Bereichen.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet S. 35-36

Des Pudels Kern liegt in der Kindheit vergraben. Egal, ob es die Kindheit eines einzelnen Menschen ist, oder aber die Kindheit der Menschheit als Ganzes. Beide entwickeln sich in der Obhut des weiblichen und des männlichen Prinzips. Das Kind in der Obhut seiner Eltern, die Menschheit in der Obhut von (Mutter) Natur und den Kräften des Wachstums. In beiden Fällen ist es ein Eingebettetsein in die nach innen wirkende Ordnung und die nach außen hin strebende Unordnung.
Das Verhältnis der Erwachsenen zur Natur spiegelt sich im Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern ... und äußert sich im Nicht-Empfinden des jeweiligen Verhältnisses, sowie in der denaturierten Beschreibung des selbigen. Während viele der EINEN offensichtlich stur Ordnung in die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu bringen versuchen, koste es was es wolle, bleiben die ANDEREN ihren ungeplanten Wegen treu, was den Anderen der EINEN zunehmend schwerer fällt, sterben Naturvölker, mitsamt ihrer Sprachen, im Zuge des Fortschritts der Einen unaufhaltsam aus.
Das gemeinschaftliche Bewusstsein, welches in Form der ANDEREN, der natürlichen Ordnung, verkörpert ist, harmonisiert fortwährend die wachsende Disharmonie der EINEN, deren menschliche Verkörperungen einem Bewusstsein zugrunde liegen, welches mittlerweile dem Kollektiv von Fragmenten eines zersplitterten Spiegels gleicht, nur notdürftig zusammengehalten durch sich ähnelnde Feindbilder. So machen mitunter Psychopathen aus der Not eine Tugend und mischen sich unter die Anderen, dort vermehrt auf die Frauen treffend, die ihre Berufung gegen einen Beruf, zwecks Lebens(unt)erhalt, eingetauscht haben.

Dass die EINEN mit den ANDEREN in Harmonie zu leben vermochten, kommt uns  heutzutage  kaum noch in den Sinn, ist diese Vorstellung doch längst aus dem Konsens der realen Bildersprache verschwunden, was sich wiederum in der heutigen Erziehung von Kindern zeigt. Die Notwendigkeit des Egos, welches das Gesamtbewusstsein trennte, und somit einen fortschreitenden Keil der Bewusstwerdung zwischen die EINEN und die ANDEREN trieb, offenbart sich als bereits erwähnter Lernprozess kosmischen Ausmaßes, in dessen Verlauf die Abstraktion des GANZEN von den EINEN maximiert und die Empathie mit dem GANZEN minimiert wird, allen voran von den Einen der EINEN ... und immer mehr auch von den Frauen im Allgemeinen, ein Prozess der sogar noch dadurch beschleunigt wird, dass die Mütter unter den Frauen dieses auf ihre Kinder übertragen. Bei derart vielen Teufelskreisen kann einem nur schwindelig werden ... und ein Ausweg verborgen bleiben.

Deswegen wird der Wandel vom Empathischen zum Abstrakten in der menschlichen Geschichte gar nicht als wesentlicher Einschnitt wahrgenommen. Dieser offensichtliche Bruch in unserer Evolution muss etwa 8000 bis 10 000 Jahre oder noch weiter zurückliegen. Er wird fälschlicherweise oft als Folge eines kognitiven Fortschritts gedeutet. Was wohl wirklich passierte, war die Wandlung von einer Dominanz der empathischen Wahrnehmung zu einer Dominanz des abstrakten Denkens durch die Unterdrückung des mitfühlenden Empathischen.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 25

Die Wirklichkeit verkümmert zur Realität und die Realität muss ein homogenes Bild von Normalität darstellen. Um diesen Prozess unter allen Umständen und Widrigkeiten angesammelter Unordnung, die immerzu wieder enthüllt und differenzierter erneut verhüllt wird, zu gewährleisten, bedarf es der weiteren Entfremdung vom GANZEN. Empathie bleibt auf der Strecke, Gefühle werden versteckt, neutralisiert und aus den Interaktionen mit Unseresgleichen herausgenommen. Immer mehr wird als völlig normal angesehen, eingeebnet, ohne Wogen zu schlagen. Störungen und sogenannte Fehler werden korrigiert. Abweichungen werden gemittelt. Kognitiv, statt intuitiv. Warum eine Welle machen, wenn gar kein Wind vorhanden ist. Vor allem aber wofür ?
Doch Wind gibt es anderswo reichlich, nur wird dieser ins Innere unserer Umhüllungen kanalisiert, isoliert und unter Verschluss gehalten. Allerdings nehmen auf diesem Weg die Turbulenzen in unserem Innern zu, schließlich kann die Unordnung nicht spurlos umgewandelt werden, so wie ein  Schuldenschnitt  nicht das eigentliche Problem einer Verschuldung komplett aus der Welt schaffen kann ... oder das Übertragen einer Schuld auf Andere bzw. die ANDEREN, auf Viren und Bakterien zum Beispiel, oder auf natürliche Parasiten.

Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Mitgefühl befreit ist, von der Fähigkeit, Schmerzen zu teilen, Leid zu verstehen, und vom Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen.
Denken wir aber ohne Mitgefühl, dann leben wir in einer Scheinwelt aus Abstraktionen, die Kampf und Konkurrenz zu den Triebkräften unserer Existenz machen. In dieser Welt der Abstraktionen dominiert die Gewalt. In ihr kann nur überleben, wer andere unterwirft oder vernichtet. Diese Vorstellung eines Lebens ohne Mitgefühl ist auf Feinde angewiesen. Ja, wir beginnen uns selbst durch das Feindbild, das wir heraufbeschwören, zu definieren. Indem das abstrakte Denken - also das Kognitive - das Empathische in uns ersetzt, entfernen wir uns immer mehr von jeder unmittelbar gefühlten Wirklichkeit. Wir wenden uns dem Untergang zu. Das dürfte wohl der Eindruck sein, den Jean-Jacques Rousseau festhielt, als er schrieb:

''Geist ist eingedrungen in die Natur, wie das Messer dringt in eines Baumes Mark. Nunmehr freilich kann die toddrohende Schneide nicht aus dem Stamme herausgezogen werden, denn der Baum würde dabei verbluten. Aber niemand darf behaupten, dass ein Schwert im Herzen der Weltesche das Merkmal sei für ihre Gesundheit.''

Anschaulich und eingängig zugleich schildert Rousseau, wie in unseren Zivilisationen abstraktes Denken die Empathie verdrängt und Fortschritt in Tod umschlägt, in einen Tod, der sich ständig ausbreitet.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 11-12

Liest man hier aufmerksam zwischen den Zeilen mag man gewahr werden, dass Darwins Survival of the fittest die Übertragung abstrakten Denkens fortgeschrittener Menschen auf natürliche Ausgewogenheit ist. Abstraktion, statt Attraktion, und wenn bei uns Menschen Attraktion ins Spiel kommt, dann mehr und mehr ebenfalls auf künstliche Art und Weise. Stichwort Kosmetik, Stichwort Parfüms ... Oh Davidoff ?! Nein, mein Name ist Erwin.
Non-survival of the most disordered.

Doch genießen wir lieber noch diesen warmen, fabelhaften Sommerregen ... auch wenn es nun wahrhaftig schmerzhaft zugehen wird, da Wahrheiten auf den Tisch kommen, klafft doch zwischen Geist und Liebe, zwischen dem Kognitiven und dem Empathischen, eine Wunde im Kollektiv der Menschheit, Kinder bzw. Kindheit inklusive.

Die Spaltung von Gefühl und Denken ist ein Prozess, der längst zum Merkmal des gesellschaftlichen Bewusstseins geworden ist. So beschreibt es auch Terrence DesPres in seinem Bericht über Menschen, die die Todeslager des Dritten Reichs und im Archipel GULag überlebten:

''Die Weigerung, das Extreme ( von Leid und Schmerz ) zur Kenntnis zu nehmen, ist in die Struktur unserer Existenz eingebaut. Mehr als wir zugeben wollen, hing die menschliche Entwicklung von einem Beschwichtigungssystem ab, das die Quellen der Furcht unkenntlich machte ... Verleugnung und Verdrängung waren nötig, um diese Bedrohung überleben zu können ... Nur durch diese Mechanismen der Verneinung war es dem Menschen möglich, das Chaos bewohnbar und sich zum Herrscher der Welt zu machen ... um das Unternehmen Menschheit in Gang zu bringen, haben wir Halt und Zuflucht in Mythen und anderen Hilfsmitteln der Verleugnung gesucht. Außenseiter, die unsere Scheinwelt in Zweifel zogen, wurden verfolgt und mit Ächtung belegt.''

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 61-62

Kinder und Menschheit. Betrachten wir dieses Gleichnis ein wenig genauer.
Immer mehr Kinder kommen heutzutage künstlich per Kaiserschnitt auf die Welt. Wie sähe unsere Welt heutzutage aus, wenn die Menschheit nicht auf natürliche Weise geboren worden wäre, als Verkörperung einer Proportion des Gesamtbewusstseins, welche seitdem die Trennung von den ANDEREN auf die Spitze treibt ?
Wenn alles glatt gelaufen wäre, schmerzfrei im übertragenen Sinne, hätte es keine Aufprägung von Unordnung geben können ... und kein Einwirken der Weisheit der kosmischen Vorgenerationen, denn worauf hätte sie einwirken sollen ? Woraus hätte sich ein Lernprozess ergeben können ? Was hätte die Basis für eine weitere Optimierung, im Verlauf des Erwachsenwerdens, sein können ?
Der Geburtsschmerz, aus dem die Menschheit hervorging, ist das notwendige PROBLEM, womit sich das Gesamtbewusstsein, im Rahmen seiner Devolution, seit der Geburt beschäftigt, diesen Schmerz auf immer mehr Verkörperungen aufteilend, immer mehr Probleme, Problemkinder und Problemzonen hervorbringend, als Realisierung von ca. 14 Milliarden Jahren währenden Erinnerungen und Sinnfindungen. Unentwegt konnte seitdem die HARMONIE des Gesamtprozesses im Bereich des Erträglichen beibehalten werden. Weil der natürliche Schmerz ermöglicht, was immer mehr Kindern heutzutage verwehrt bleibt: Empathie.

Seit der Ego-Explosion jedoch, dem Beginn des eigentlichen neuen Lernprozesses, wo der Mensch den ANDEREN die Zähne zeigte, die unter Schmerzen hervortraten, wird das, bis dahin, Erträgliche mehr und mehr zum Wunschprodukt der darauf aufbauenden Normalität, in deren Aufrechterhaltung sich der Wahnsinn der Realität als erstrebenswerter Weg zu tarnen weiß, durch das Versprechen von Vereinfachung und Geradlinigkeit in der Verdichtung der reaktiven Unordnung, von Sicherheit und Kontrolle, einem Irrlicht im nächtlichen Moor gleich, welches die Hoffnung auf Rettung schürt, zugleich aber die Schritte des Irrenden immer tiefer ins Moor lenkt.
Die Schwelle der Schmerztoleranz sinkt unentwegt, während die Emotionalisierung steigt, Einzelschicksale gewinnen an Bedeutung, das Schicksal des Lebens als Ganzes tritt in den Hintergrund. Empathie verkommt zur oberflächlichen Effekthascherei, im Versuch die Normalität beizubehalten und das eigene Gewissen ruhig zu halten.

Dieser Schmerz ist der Wind, der im Namen der Leugnung, der Unterdrückung, daherkommt, gar schon einem bedrohlichen Sturm gleichkommend, ins Innere geleitet werdend, nach dem selbstbetrügerischem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn.
Doch weit gefehlt.
In der fernöstlichen Medizin gibt es das Bild des Tigers, der, eingesperrt im Haus des Körpers, Unruhe in ein bisher ausgewogenes Milieu bringt und somit Krankheitssymptome hervortreten lässt. Statt Fenster und Türen verschlossen zu halten, im Versuch der Unterdrückung, Beherrschung und der Kontrolle, sollte vielmehr ein Ausweg für den Tiger geschaffen werden, damit seine Energie und sein Potenzial für Unvorhersehbares das Haus möglichst unbehelligt verlassen können und Gesundheit wiederhergestellt werden kann. Ein Gleichnis, welches auf den Sturm und auf den Schmerz übertragen werden kann, ist doch nur auf diesem Wege die Wandlung der Unordnung in aktive Ordnung überhaupt erst realisierbar. Der Film Life of Pi erzählt diese Geschichte in fabelhaften Bildern, die zudem verdeutlichen, dass ohne Unordnung, aktiv, wie reaktiv, der Weg nicht begangen werden kann, der zugleich das Ziel ist.
Das Missverstehen des Windes, der Unordnung, und damit des Schmerzes aus Sicht der fortschreitenden Einen zeigt sich auch im Umgang mit Wind zur Stromerzeugung, wird doch auch hier aktive Unordnung einzig in reaktive Unordnung gewandelt, um den EINEN dienlich zu sein, nicht aber der aktiven Ordnung des GANZEN.

Aufgrund des hohen Maßes an Empathie, zu der die EINEN zu Beginn der menschlichen Verkörperungen imstande waren, sozusagen als Säugling in der Obhut von Mutter Natur, entstand ein Bild des Kosmos, welches sich grundlegenst vom aktuellen Bild unterscheidet, so wie sich das Unterbewusstsein eines Säuglings von jenem eines Pubertierenden unterscheidet, den Erfahrungen und sprachlichen Möglichkeiten entsprechend ... und entsprechend den eigenen Kosmos formend.
Ebenso muss es dem Bild der ANDEREN ergangen sein, sahen die EINEN doch in der Natur nicht die Art von Bedrohung und Unvollkommenheit, mit der wir heutzutage das Wirken des Natürlichen assoziieren, Stichwort Killerviren, Mutationen und Gendefekte. Es waren ganzheitliche Bilder und nicht eine zusammenhanglose Mischung aus teils undeutlichen Schnappschüssen.
Gerade die Erwartungen der Einen an das Leben unterscheiden sich von denen der EINEN als Ganzes und verschieben so die HARMONIE aus dem Goldenen Schnitt des GANZEN in den Bereich der Harmoniebedürftigkeit nach Materiellem, nach etwas Greifbarem. Den ANDEREN bleibt daher gar keine andere Wahl als ihrerseits, den Verschiebungen entsprechend, aktiv zu werden ... wie im Kapitel zuvor anhand zweier Prismen beschrieben.

Von Holst und Mittelstaedt zeigten außerdem, dass unerfüllte Erwartungen zu einer physiologischen Paralyse führen können. Die Lebenssituation des Fötus und des späteren Säuglings stellt ein Kontinuum von Erfahrungen dar, aus dem sich Erwartungshaltungen entwickeln. Finden diese nicht ihre Entsprechung, zieht dies Folgen nach sich. Für uns Menschen, aber wohl auch für andere Tierarten, ist der Kontakt zwischen der Mutter und ihrem Kind, sei er visuell, taktil oder sprachlich, von äußerster Bedeutung. Zuwendung und Liebe gehören zwingend zu diesem Mutter-Kind-Kontakt, andernfalls führt dies zu Entbehrungen für das Kind, die traumatisch sein können. Die Arbeiten zahlreicher Forscher zeigen: Erwartungshaltungen entwickeln sich organisch und nicht im genetischen Bereich. Dewegen existiert auch die unendliche Variationsbreite der Traumatisierungen.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 73

Lebensformen treten hervor, um sich der zugrunde liegenden Unordnung der Wirklichkeit anzunehmen, damit diese, wenn möglich, im Verlauf der jeweiligen Lebensspanne dem weiteren Lernprozess des GANZEN entzogen werden kann und, wenn obendrein möglich, in aktive Ordnung gewandelt werden kann, somit die Grundlage für die Weisheit des Folgekosmos legend. Betrachtet man die Evolution aus Sicht des aktuellen Konsens, dann wird deutlich, dass Nachwuchs im Verlauf der realisierten Evolution unter immer mehr Schmerzen zur Welt kommt, sind es doch gerade die Säugetiere und insbesondere wir Menschen, deren natürliche Geburten unter, mitunter, stärksten Schmerzen ablaufen.
Reinkarnation, als Weitergabe von noch nicht gewandelter Unordnung auf neue Möglichkeiten der lernfähigen Verkörperungen, erscheint so, im Kontext der Evolution in einem ganz anderen Licht. Und so, wie die scheinbare Komplexität von Lebensformen zunimmt, so nimmt auch das Maß der Schmerzen zu, unter denen diese Lebensformen ihre Rolle für das GANZE annehmen.
Warum aber hat dann der Mensch zunehmend die Möglichkeit seinen Nachwuchs, und sich selbst, vor diesem Schmerz zu bewahren, mittels Kaiserschnitt und moderner Anästhesie ? Was geschieht mit der Unordnung, die aufgrund der unnatürlichen Geburt nicht zur Verkörperung eines Erdenkindes wird ? Der  Plötzliche Kindstod  mag vielleicht eine Antwort darauf sein ... zumindest im energetischen Spektrum der Sonne betrachtet.
Zeigt sich in diesen beiden Fragen das Potenzial der Maximierung der Unordnung, welches auf den ersten Blick auswegslos den Kreisverkehr des Teufels durchläuft ? Werden deshalb mehr und mehr Unordnungsspeicher in lebender Gestalt maximalst möglich aufgefüllt bzw. energetisch gesättigt, damit der Übergang zur Optimierung nachhaltig über die Bühne gehen kann, während der Empathieverlust seinerseits in der Expansion seinen Höhepunkt erreichen kann, damit gewährleistend, dass sich neue Denkstrukturen und Beziehungen der beginnenden Optimierung nicht wie ein hungriges Buschfeuer ausbreiten, so die Gefahr zukünftiger Glutnester reaktiver Unordnung auf möglichst lange Sicht minimierend ?

Aktive Ordnung entspringt einzig dem Einklang der Beziehung von Mutter und Kind bzw. von Mutter Natur und der Menschheit, unter dem fortwährenden Einfluss des männlichen Prinzips, der Unordnung, die diese Entwicklung vorantreibt. Der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus von Sonne, Mond und der Erde mag hier als weiteres bildhaftes Gleichnis dienen, in dem sich die HARMONIE des GANZEN, aus der Sicht der realen Bildersprache, widerspiegelt.
Besagte Beziehung beginnt als Fötus und wird durch die Geburt verinnerlicht. Kommt das Ich ins Spiel, als sich abgrenzende Bewusstwerdung, entscheidet die Beziehung zur Mutter, bezogen auf die aktive Ordnung ... und damit auf herzliche Zuwendung und Liebe ... ob das Ich bestärkt und gestärkt die Kindheit erlebt und somit verinnerlicht, geübt im Umgang mit Schmerz und Leid, ohne dass diese in Trennungsängsten oder unerfüllten Bedürfnissen ihren Ursprung haben. Nur so bestünde die Möglichkeit als Erwachsener der HARMONIE des GANZEN nahe zu stehen bzw. näher zu kommen und diese Erfahrung an eigenen Nachwuchs weiterzureichen, als wesentlichstes und wahrhaftiges Geschenk des Lebens.
Verkümmert jedoch das Ich zum Ego, ungeübt im Umgang mit Schmerz und Leid, in Erwartung an Mitgefühl, welches allerdings nicht vermittelt wird, dann strebt man als Erwachsener einzig nach Harmonie, nach menschlichem Ermessen, fortan auf der ruhelosen Suche nach der eigenen Verwirklichung, auf Kosten des Umfeldes, dem Nachwuchs so oftmals eine Flut von materiellen Geschenken angedeihen lassend, anstatt von wirklicher Weisheit, zum Wohle möglichst Vieler, gefunden werden zu können ...

Paradox erscheinend ... und doch sich selbst als notwendiges Missverständnis erklärend ... ist da das Empfinden vieler Erwachsener, dass schreiende Kinder einzig ihren eigenen Egoismus gegen die Eltern einsetzen, um etwas für sich selbst einzufordern. Dabei ist es doch keineswegs das Ego, zumal Neugeborene keines haben, sondern schlicht die Angst der Trennung ... oder vielmehr das Erfahren der Infiltration des Egos der Eltern in die Verbundenheit des Kindes mit dem, was es als GANZES empfindet.

Die  Fähigkeit, empathisch die Welt zu erleben, ist die Fähigkeit, in der Wirklichkeit zu leben. Je mehr wir von der Empathie getrennt sind, desto weniger ist es möglich, im Leben zu stehen, die Bedürfnisse der Anderen und der uns umgebenden Welt wahrzunehmen und angemessen darauf einzugehen. Was die Empathie zerstört, nämlich die Nicht-Achtung der Bedürfnisse und Wahrnehmungen des Kindes, ist auch das, was die tiefsten Unsicherheiten entstehen lässt, die dazu führen, dass der Mensch anfängt, nach einer absoluten Sicherheit zu jagen, die das Urvertrauen, das wir als Neugeborene haben, ersetzen soll.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 103

Arno Gruen weiß offensichtlich wovon er spricht und lässt sich nicht von den weißen Leinwänden moderner Zivilisationen seiner Weisheit berauben. Er verdeutlicht, wie die dunkle Seite der Macht Einzug in die Expansion hielt, sie gar mehr und mehr verkörpernd, im Namen der reaktiven Unordnung ... im Namen der Notwendigkeit für das GANZE ... geht doch der als Evolution beschriebene Lernprozess einzig aus der Unordnung hervor. Kein Leben ohne Unordnung. Kein Bewusstsein ohne Sprache. Keine Energiefreisetzung ohne Information. Kein Informationsfluss ohne Energiezufuhr.

Je autoritärer die früheste Erziehung und je distanzierter sie sich zu Liebe und Zärtlichkeit verhält, desto einförmiger sind die Unpersönlichkeiten, die unsere Zivilisation hervorbringt und desto mehr ist unsere Erziehung von Feinddenken und Gewalttätigkeit bestimmt.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 41

Auch hier zeigen sich die Verschiedenheiten gegensätzlicher Proportionen und damit der Wesenheiten von Major und Minor in den Vokabeln der realen Bildersprache. Diese finden sich zudem in den unterschiedlichsten Interpretationsmöglichkeiten der linken und rechten Gehirnhälfte beim Menschen wieder, aber auch im Verhältnis von Ost und West des Weltenkörpers bzw. Nord und Süd, wie es im  BADEZIMMER  von GOLD-DNA beschrieben wurde. Der Umgang mit Sprachen im Allgemeinen, und der realen Bildersprache insbesondere, beeinflusst die Art und Weise, wie Kinder die Welt erfahren, vor allem aber empfinden.

In westlichen Kulturen überwiegt die verbale Stimulation und nicht die empathische taktile Berührung. Durch Sprache soll die kognitive Entwicklung gefördert werden, welche durch die Ideologie einer anzustrebenden scheinbaren Unabhängigkeit und Selbstsicherheit unterstützt wird.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 126

Bedenkt man, wie Kinder die Sprache ihres Umfeldes in jungen Jahren zur Muttersprache werden lassen, dann mag nicht verwundern, dass ihre Welt zunehmend an Empathie verkümmert und das Kognitive, das Äußerliche, durchtränkt vom männlichen Prinzip, überhandnimmt. Damit einhergehend verkümmert das Bewusstsein für das GANZE und der Nachwuchs erlebt das vermeintliche Außen als normal ... und als einzig mögliche Wirklichkeit.

We have been unconsciously exploiting antifragility in practical life and,
consciously, rejecting it - particularly in intellectual life.
Nassim N. Taleb  -  Antifragile

Und so kommt es, wie es kommen muss:

Die Würde eines Menschen oder der Natur muss durch Gewalt reduziert werden, um eine Macht zu demonstrieren, die die eigene Unsicherheit kompensiert.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 65

Die Leere im Innern ist von Kompensation im Außen geprägt, die Expansion nimmt somit ihren Lauf, was sich mitunter eindrucksvoll in der Entwicklung der Weltfinanzkrise zeigt, sprechen weltweite Aktienindizes mitsamt ihrer Höchststände doch genau die Sprache, die es zur Aufrechterhaltung der Normalität bedarf, um die Einen der EINEN davon zu überzeugen, dass diese Scheinwelt auch wirklich ist, was in Wirklichkeit jedoch mitnichten der Fall ist, sondern eine Folge des Falles darstellt, von dem zuvor im Rahmen der Ego-Explosion die Rede war.

Inflate or die

Die Tragik dieser Entwicklung, welche der Beschleunigung der Expansion der Unordnung zugrunde liegt, beschreibt Arno Gruen wie folgt:

Dennoch zeigen sich die problematischen Auswirkungen machtorientierter Gesellschaften, wo Liebe und Ebenbürtigkeit zwischen den Geschlechtern fehlen. Das Tragische dabei: Die Verzerrung der Liebe wird meist durch die Mutter weitergegeben. Dabei ist die Mutter das eigentliche Opfer einer vom männlichen Wahnsinn des Herrschens, Erfolgs und der Größe gekennzeichneten Welt.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 76

Dieses ist eines der großen Probleme, das aus dem PROBLEM hervorgegangen ist. Allerdings konnte es nur realisiert werden, weil sich die EINEN uneins wurden ... wo wir doch ALLE einmal EINS waren:

Der vermeintliche Kampf der Geschlechter entspringt dem Zustand und dem Verhalten des männlichen Bewusstseins, jedenfalls keinem naturgegebenen Zustand. Könnten wir diese Spaltung zwischen männlichem und weiblichem Bewusstsein überbrücken, dann könnten wir wirklich wieder sprechen lernen. Bis dahin aber können wir kaum wahrnehmen, dass wir eine Sprache verwenden, die alles reduziert, vor allem aber das Empathische.

Arno Gruen - Dem Leben entfremdet  S. 20

Das Empathische spürt das GANZE, es ist das Gefühl für die HARMONIE und für den Ursprung des PROBLEMS, es ist sich der Rolle der ANDEREN bewusst ... und der zunehmenden Trennung, die ALLES in Ganzes unterteilt und Harmonie zum Bestreben der Menschen werden lässt, unentwegt Probleme daraus hervorgehen lassend. All das bzw. das All ist aus einer energetischen LEERE hervorgegangen, die vermögender hinsichtlich ihrer Potenzialität war, als es jegliche Leere ist, die immer mehr der EINEN mit Annäherung an den Zenit lähmt.
Zur Trennung von Mann und Frau innerhalb der EINEN trug das eigentliche PROBLEM maßgeblich bei, als die Loslösung der EINEN von den ANDEREN, aus dem energetischen Zustand des Einsseins heraus, notwendig wurde, seitdem in der realen Bildersprache verewigt als Erbsünde.
Doch erst aus der Betrachtung der Devolution des Gesamtbewusstseins heraus, statt der Betrachtung der Evolution von Lebensformen, wird ersichtlich, WOFÜR die ANDEREN bewusst(er) die EINEN loslassen konnten, wie eine empathische Mutter schließlich ihr Kind loslässt, ohne Wehmut im Herzen.


Was du liebst, lass frei.
Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.
Konfuzius



NICHT Göttin, NICHT Gott, EINFACH NUR GÖTTLICH. GOLDIG. PHI.

Im Laufe der Philharmonie wurde aus einem PROBLEM immer mehr Probleme. Aus der HARMONIE entstand der Wunsch nach mehr Harmonie. Worte in kleine Buchstaben gekleidet, stellten gänzlich anderes dar, als selbige Worte in großen Kostümen. Es war die Rede von den EINEN und den ANDEREN, aber auch von den Einen und den Anderen. Das GANZE spielt dabei immerfort die wesentliche Rolle und offenbart sich mehr und mehr in (Spiegel)Bildern, die als Ganzes zwar erscheinen, doch dieses immer weniger auch sind. Im GANZEN führt ein PROBLEM zu Spannungen zwischen den EINEN und den ANDEREN, unter Beibehaltung der HARMONIE des kosmischen Gesamtbildes. Es ranken sich so um das wirkliche GEHEIMNIS immer mehr vermeintliche Geheimnisse und Geheimnistuereien, sowie geheime Mächte und Schergen, allesamt als, mehr oder minder, real angenommen.
MAJOR, in Großbuchstaben, und Minor, in gewohnter Schreibweise, treiben ihr Spiel mit den realisierten Verkörperungen des Gesamtbewusstseins, wobei es wir Menschen sind, die dieses Spiel ganz bewusst auf die Spitze des Möglichen treiben, indem wir die Geschichte des Universums auf unsere ganz eigene Art und Weise realisieren und diese Geschichte gegen das Erbe eintauschen, welches dem KOSMOS als GANZES wirklich zugrunde liegt. Das Universum ist eine Sache, der KOSMOS dagegen etwas ganz Anderes. Gleiches gilt auch für Daten und Informationen. Und je länger die Geschichten währen, desto mehr gehen die Großbuchstaben verloren, so wie Ursprünge, Wurzeln und die Bedeutung des Weiblichen ... Pandora lässt grüßen.

Kühner, als das Unbekannte zu erforschen,
kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.
J. Kaspar

Diese Geschichte, und insbesondere die der Menschen selbst, wurde zu dem, was unter dem realisierten Konsens verstanden wird und mit Jahreszahlen fixiert wurde, seitdem die Schrift Einzug in die reale Bildersprache hielt. Mit der Schrift vollzog sich endgültig der Beginn der, seitdem bestehenden, Entfremdung der EINEN von den ANDEREN. Die Ego-Explosion trug ihren Anteil dazu bei, wodurch es seitdem vermehrt zu Spannungen zwischen den Einen und den Anderen der EINEN kommt. Horden fielen gierig über das Matriarchat her, deren Göttinen gestürzt wurden, ersetzt durch die Götter der Eroberer. Diese Götter verloren ihrerseits an Einfluss. Nur wenige blieben.
Bedingt durch diese Entwicklungen verschwindet mehr und mehr, was im Verlauf der GOLDENEN PHI(L)HARMONIE als GEHEIMNIS beschrieben wurde, nämlich der wesentliche Kern der wirklichen GESCHICHTE des GANZEN ... das GÖTTLICHE. Das GOLDENE. PHI.

Dieser Verlust nahm seinen Lauf mit dem Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat … dem Übergang von der frühen Kindheit der Menschheit zur Wachstumsphase, die mit der Pubertät ihren Höhepunkt erreicht haben wird, welche wiederum das Erwachsensein einleiten wird. Es ist aber auch der Übergang von den sogenannten primitiven Völkern zu den großen Zivilisationen. Aus der Ich-Verbundenheit mit dem GANZEN wird die Ego-Explosion ganz eigener Weltvorstellungen, vor allem aber eigener Wertvorstellungen. Aus der eigentlichen GESCHICHTE treten unzählige Geschichten hervor, Überlieferungen, Mythen, Märchen, Lügengeschichten, Lebensgeschichten, Tatsachen und Träume, Fantasien, Gedichte, Lieder und Romane, Erinnerungen und Reiseberichte. Und natürlich Fabeln. Doch immer mehr gewinnen virtuelle Geschichten aus Datensätzen in der GESCHICHTE enorm an Einfluss.
Sie alle werden im Verlauf der Zeitgeschichte mit gegenwärtigen Möglichkeiten interpretiert, um das PROBLEM möglichst lange mit vielen neuen Problemen ganz bewusst zu kaschieren, in Begleitung vieler scheinbarer Zufälle, die sich aus der Sicht des PROBLEMS jedoch allesamt als Aufeinandertreffen zweier oder mehrerer Notwendigkeiten zur Problemlösung erweisen, nicht jedoch aus Sicht des Gros der EINEN, stören diese Notwendigkeiten doch ihre fortschrittlichen Vorstellungen von Harmonie.

Doris Wolf hat 1994 über die GESCHICHTE und deren Geschichten, sowie über das PROBLEM und zwangsläufig folgender Probleme ein, mittlerweile leider vergriffenes, Buch mit dem Titel Was war vor den Pharaonen ? veröffentlicht, weshalb ich, nach Rücksprache mit der Autorin, folgende umfangreiche Textzitate aufführen möchte, die einen Fingerzeig dahingehend darstellen sollen, warum unsere Zivilisation zwar reich an technologischem Fortschritt erscheint, zugleich aber ein offensichtlicher Mangel, im Konsens der Wahrnehmung, immer weniger gesehen bzw. erfühlt wird … somit den vordergründigen Fortschritt zum Symptom einer Erkrankung werden lassend, die sich als real gewordene Normalität seit Tausenden von Jahren jeglicher Therapie zu entziehen weiß. Eine Krankheit, die zu den Kinderkrankheiten der Menschheit zählt, die auch, eingeimpfter Bildung und Erziehung zum Trotz, weiter Bestand hat. Da wir Menschen jedoch, seitens des Mainstreams, mehr und mehr gegen die Wirklichkeit geimpft werden, um die Normalität der Realität als Robustheit, sprich scheinbare, erstrebenswerte Gesundheit, anzusehen, verschiebt sich der Ausbruch der Wirklichkeit unausweichlich ins Erwachsenenalter, jenseits der Pubertät, welche die Menschheit, als kollektives Ganzes, nicht aber als Gemeinschaft, aktuell durchlebt.

Die GESCHICHTE verläuft sich im (Ver-)Lauf von Geschichten, Hand in Hand mit dem PROBLEM, einhergehend mit zahlreichen Fehldeutungen und Spiegelungen, wie bereits mehrfach an verschiedenen Beispielen beschrieben. So beschreibt auch das Matriarchat keine Herrschaft der Mütter, wie es die Endung arche nahelegt, bedeutet arche doch auch Anfang ...

Der Krieg kommt in die Welt

Die schriftlich dokumentierte, d.h. die sogenannte geschichtliche Zeit umfaßt ungefähr die letzten fünf Jahrtausende. Sie ist aufgrund der Erkenntnisse der Urgeschichtsforschung das grauenvollste Zeitalter, das die Menschheit seit ihrem Bestehen erlebt hat. Bereits im 5. Jahrtausend beginnen in Osteuropa nomadisierende Männerhorden friedliche Territorien zu überfallen und zu beherrschen. Waffengewalt wurde bald zum wichtigsten Mittel, sich Frauen - und damit Landbesitz und Reichtum - zu verschaffen, denn nur die Töchter waren in diesen Zeiten erbberechtigt. Im späten 4. Jahrtausend wurden Kriege zum Zwecke von Landeroberungen und als Mittel der Machterhaltung institutionalisiert. Es ist dies der Beginn der Vernichtung der urgeschichtlichen, frauenzentrierten Kulturen und der damit verbundenen Abwertung und Unterdrückung der Frau sowie des zerstörerischen ''Fortschritts'', vor allem auf dem Gebiet der Vernichtungs-Technologie. Mit einem Satz:''eines 5000 Jahre währenden Alptraumes, aus dem es für diesen Planeten Zeit ist zu erwachen''. (James Joyce)

''Die norwegische Akademie der Wissenschaften hat errechnet: Seit dem Jahre 3600 bis heute fanden insgesamt 14513 Kriege statt. Dabei gab es drei Milliarden 64 Millionen Tote. Nur 292 dieser rund 5600 Jahre waren ohne Krieg. Vom Jahr 650 v. u. Zeit bis heute gab es 1656 Versuche, durch Wettrüsten den Frieden zu bewahren. Sie führten 1640mal zum Krieg, in den restlichen 16 Fällen zum wirtschaftlichen Ruin der Beteiligten.'' (Wollschläger, 1973)

Viele Autoren erklären, der Krieg sei auf eine angeborene Aggression der Menschen zurückzuführen. Wie aber deutlich gemacht werden muß, wurden Kriege fast ausnahmslos von Männern initiiert. Sie erklären den Krieg zur Normalität, der auf die destruktive Natur des Menschen zurückzuführen sei. Und ihre Überzeugung von der Überlegenheit der heutigen Zivilisation über die vortechnischen Kulturen führt dementsprechend zum logischen Schluß:''Wenn der zivilisierte Mensch schon von so vielen Kriegen und einer so starken Destruktivität heimgesucht ist, wieviel schlimmer muß dann der primitive Mensch gewesen sein, der in der Entwicklung zum Fortschritt hin so weit im Hintertreffen ist.'' (Fromm 1974, 193f) Der Psychoanalytiker Erich Fromm berichtigt dieses unhaltbare Vorurteil und stellt klar, daß die Urgeschichtsforschung bewiesen hat, daß die frühesten Menschen weniger destruktiv als die sogenannten Weiterentwickelten waren und daß ''der Prototyp Mensch, wie er vor 50'000 Jahren auftauchte, auch nicht der Mörder war, den wir in den fortgeschritteneren Stadien der Evolution antreffen''. (Fromm 1974, 135)

Gerda Weiler denkt über den gefährlich-naiven Fortschrittsglauben nach und deckt auf, daß die patriarchale Geschichtsschreibung, beherrscht von der ''Ideologie von unaufhörlichem Wachstum und aufwärtsführen der Entwicklung'', die Vorstellung erwecke, ''als sei jeder neu gewonnene Gedanke dem vorausgegangenen überlegen, als sei jede technische Erfindung ein ''Fortschritt für die Menschheit''.'' Diese Ideologie beweise sich selbst, ''daß Patriarchate schon allein deshalb vollkommener sein müssen, weil sie zeitlich den Matriarchaten folgen. Die Frage, ob das Patriarchat eine gigantische Krankheit sei, an der die Menschheit leidet, wird nicht gestellt''. (Weiler 1989,306)

Mit zunehmendem Fortschritt der Technisierung werden die Kriege immer grausamer und häufiger. Jährlich werden weltweit über 1000 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben; das sind täglich fast drei Milliarden; nur 50 Milliarden fließen hingegen jährlich in die Entwicklungshilfe (Geo 6/91). Die Welt gab 1991 für die militärische Forschung sechsmal mehr öffentliche Mittel aus als für die medizinische Weltgesundheitsorganisation. Das heißt: Kriegsrüstung und Kriegsführung verschlingen die größten Summen der meisten Länder der Welt. Der größte Anteil unserer geistigen Kapazität, unserer schöpferischen Energie, unserer ökonomischen Erträge, unserer wissenschaftlichen Forschungsgelder wird für Leben zerstörende Investitionen und noch effizientere Tötungswaffen eingesetzt. Dazu kommt die Tatsache, daß ''der Militarismus nur scheinbar ein Kampf von Mann gegen Mann ist ... Primärer Adressat des männlichen Bedürfnisses, die eigene Überlegenheit zu demonstrieren, ist die Frau.Krieg entsteht aus der männlichen Wahrnehmung des Lebens als eines Kampfes zur Überwindung des Weiblichen und der Natur.'' (French 1992,202)

Waffen sind Werkzeuge der Trauer. Verächtlich dem Leben Achtenden.
Waffenfreude ist Mordfreude. Wen Mordfreude erfüllt, hat Leben verlassen.
Laotse, Tao Te King

Müssen wir für immer mit dem Krieg leben ? ''Menschliches Zusammenleben ist dann ohne Kriege denkbar, wenn die Bereitschaft da ist, auf angemaßte Macht zu verzichten, und wenn die Aggressionsfähigkeit allein auf die Bewältigung der Lebensaufgaben gerichtet wird. Die Abspaltung der Aggression aus dem Lebenszusammenhang und das einseitige Interesse an der Erfindung zerstörerischen Potentials ist eine neurotische Fehlentwicklung der menschlich-männlichen Kultur.'' (Weiler 1989,289) ''''Heldentum'', das auf die Vernichtung der eigenen Art zielt, beruht auf fehlgeleitetem Umgang mit Aggression. Das patriarchale Bewusstsein hat den Krieg zum Ideal aufgewertet, in dessen Dienst die Völker gestellt werden. Die Frage nach den Ursachen des Krieges zu stellen, heißt, die Wurzeln des Patriarchats bloßzulegen.'' (Weiler 1989,15) Der Übergang von der friedlichen matriarchalen zur kriegerischen patriarchalen Kultur lässt sich an der Geschichte Ägyptens dokumentieren, weil uns dieses Land unzählige Zeugnisse dafür hinterlassen hat.

S. 19-21

[ … ]

Im zyklischen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt war das Sterben ein bloßes Durchgangsstadium, nach dem man durch die Mütter zur Wiedergeburt gelangte. Zweifellos war die Stellung der Frau in Kulturen, wo die Göttin in der religiösen Vorstellung eine mächtige Position einnahm, eine hochgeachtete und nicht zu vergleichen mit jener in den späteren patriarchalen Gesellschaften mit einem von Männern erfundenen männlichen Gott, der die Frauen als zweitklassige Menschen geschaffen haben soll.

S. 45

[ … ]

Die Vernichtung des Wissens der Weisen Frauenkulturen

Die Parallele zwischen 400 Jahren Frauenmord in Ägypten und 400 Jahren Frauenmord in Europa durch die ''Hexen''-Verfolgung ist schlagend. Auch unter den ''Hexen'' waren viele Hebammen, die über das Wissen der Verhütung und Abreibung verfügten; ein Wissen, das ausgerottet wurde, weil es den Zielen von Staat und Kirchen entgegenstand, ihren Reichtum durch Menschenmassen zu vergrößern. Gunar Heinsohn et al. Bezeichnen die Folterung und Ermordung von Millionen von Frauen ''als das ungeheuerlichste Ereignis der Neuzeit vor Auschwitz'' und betonen, daß mit den Hexenmorden ''eine Blüte der mittelalterlichen Naturwissenschaft, das physikalische und chemische Instrumentarium für die Geburtsheilkunde und vorrangig für die Schwangerschaftsverhütung und Fruchtabtreibung, zerstört werden'' sollte. (Heinsohn er al. 1979, 14f) ''Daß die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der weisen Frauen verschüttet wurden, ist häufig beschrieben worden. Es wurde sogar erkannt, daß sie mit den Hexenmassakern verschwinden.'' (ebda. 54f) Die Ermordung weiser Frauen scheint ein Charakteristikum zu Beginn der Errichtung einer neuen bzw. verschärften patriarchalen Herrschaft zu sein. ''Der männliche Beruf des Arztes entstand als Krieg gegen die Frauen, der sich während des ganzen Spätmittelalters in Feldzügen gegen Hebammen fortsetzte.Im 18. Jahrhundert hatten die Männer schließlich die Vormachtstellung in diesem Berufsstand errungen.'' (French 1992, 171) Die Soziologin Maria Mies resümiert in ihrem Buch ''Patriarchat und Kapital'': ''Die Verfolgung und das Verbrennen von Hebammen als Hexen war direkt verknüpft mit dem Aufstieg der modernen Gesellschaft: der Professionalisierung der Medizin, dem Aufstieg der Medizin zu einer ''Naturwissenschaft'', dem Aufstieg von Naturwissenschaft und der modernen Wirtschaft.'' (Mies 1988,103)

S. 154-155

[ … ]

Ausblick

Als praktizierender Psychologin wurden mir beim Schreiben dieses Buches immer wieder die frappierenden Parallelen zwischen der gestörten Weltordnung und der gestörten Familie bewußt. Für das Glück und Wohlbefinden einer Familie ist die Einhaltung der familiären Ursprungsordnung unverzichtbar. Zu Störungen kommt es dann, wenn ein Familienmitglied den ihm zustehenden Platz nicht einnimmt oder einnehmen kann. Wird ein Ehepartner vom anderen nicht als gleichwertig geachtet, unterdrückt oder wie ein Kind behandelt, oder umgekehrt: wird ein Mitglied der Familie ausgegrenzt, verleugnet oder verheimlicht ( z.B. bei außerehelichen Kindern, Alkoholikern oder Geisteskranken ), reagiert eines der Mitglieder der Familie – meistens das sensibelste oder schwächste – mit schweren, oft unerklärbaren Störungen, mit ''Ver-rücktheit'', manchmal sogar mit Suizid. Das Ordnungssystem gerät aus den Fugen, es wird buchstäblich ver-rückt. Heilung bringt erst das Wiederzurechtrücken, das Wiederherstellen der richtigen Ordnung, das Aufdecken des Familiengeheimnisses, die Sühne von Schuld und schlußendlich die Anerkennung, Würdigung und Integration aller Familienmitglieder.Das Gleiche gilt für die Ordnung der Welt. Als der patriarchale Mann die alleinige Macht an sich riß, wurde die Ursprungsordnung ver-rückt. Doch wie in der Familie hat dies, wie das Weltgeschehen es nicht schlimmer zeigen könnte, für die Menschen katastrophale Folgen, denn die universale Ordnung kann nicht willkürlich festgesetzt oder verändert werden. Die Ur-Ordnung, in welcher die Frau als Schöpferin und Erhalterin des Lebens verehrt wurde, womit zugleich der Schutz und die Erhaltung des Lebens das zentrale Anliegen der Menschen war, wurde durch die Machtnahme der Eroberer auf die Unterdrückung und Ausgrenzung der Frauen, Kinder und der nicht-weißen Völker aus den Angeln gehoben. Die alte, ursprüngliche Ordnung wurde auf den Kopf gestellt und in ihr Gegenteil verkehrt. Auf dem Hintergrund dieser Tatsachen kann der immer lauter werdende Ruf nach Frieden, Einhaltung der Menschenrechte, Respektierung der menschenwürde und Umverteilung der Macht und Güter der Welt nicht einfach als feministische Quängelei abgetan werden. Der heutige Zustand unserer Welt ist nicht ''gottgegeben'', sondern das Produkt der patriarchalen Machtnahme und damit einer historischen Entwicklung, die beeinflussbar ist. Der patriarchale Frevel muß bewusstgemacht, eingestanden und gesühnt werden, erst dann wird die Welt wieder gesunden können. Bevor nicht die Frau als zivilisatorische Kraft ihren rechtmäßigen Platz wieder auf allen Ebenen einnimmt, werden die verheimlichten Verbrechen ihre zerstörerische Wirkung nicht verlieren. Die Lügen, welche die Erinnerung an die urgeschichtlichen Frauenkulturen auslöschten, machten es möglich, das Patriarchat am Leben zu erhalten. Seitdem insbesondere Frauen ständig neue Kenntnisse über die den patriarchalen Kulturen vorausgehenden Frauenkulturen zutage fördern, wird es zusehends schwieriger, die Tatsache des urgeschichtlichen Matriarchats und die Tragödie, die mit dem Übergang vom Mutterrecht zum Vaterrecht einherging, zu leugnen.Krieg, Zerstörung der Umwelt, Herrschafts-Religionen sind nicht unser Schicksal. Das Elend dieser Welt ist gemacht. Die Ent-mystifizierung der Geschichte wird uns neue Hoffnung schöpfen lassen: Die Schrecken, unter denen wir leiden, hatten einen Anfang und können somit auch ein Ende haben. Das Bewusstsein dieser Möglichkeit wird uns die Kraft geben, uns für eine bessere Welt einzusetzen.

S. 212-213

Doris Wolf – Was war vor den Pharaonen ?

Das PROBLEM wird in seiner zunehmenden Fragmentierung zu all jenen Problemen, die uns tagtäglich beschäftigen, weil wir EINEN ( Menschen ) uns nicht nur zunehmend von den ANDEREN ( der natürlichen Ordnung ) entfremden, als Geschichte bezeichnet und niedergeschrieben, sondern insbesondere, weil die Einen der EINEN meinen, sich auf Kosten der Anderen der EINEN zu bereichern, auf unterschiedlichste Art und Weise, und sowohl die Anderen, als auch die ANDEREN, mit isolierten Informationen zu füttern ... oder Natürliches in Daten umzuwandeln. Das führt inzwischen längst dazu, dass die Frauen der Anderen glauben, es dem männlichen Prinzip der Einen nachmachen zu müssen, ganz entgegen ihrer ursprünglichen Natur, die jedoch mehr und mehr verborgen liegt in der GESCHICHTE, welche die Einen nicht bereit bzw. imstande sind preiszugeben. Stattdessen wird das weibliche Prinzip mit ganz anderen Problemen in die alltägliche Irre geleitet und obendrein mit Unmengen an bebilderten Geschichten von Einzelschicksalen benebelt und abgelenkt, auf energetische Kosten der ALLgemeinheit.
Die Frauen opferten den patriarchalen Geschichten ihre eigentliche Natur. Ihr verkörpertes Bewusstsein wurde zum begehrten Spielball der Einen, deren Spiel nunmehr in die entscheidende Endphase geht. Doch ums Gewinnen geht es nur den Einen ...

Diese GESCHICHTE des weiblichen Prinzips ist wie der Stamm eines Baumes, aus dem die Äste und Zweige hervorgehen und jedes einzelne Blatt eine eigene Geschichte erzählt, in der das männliche Prinzip sich unterschiedlichst in Szene zu setzen versucht … bis der Herbst naht und die Blätter fallen. Diese eine GESCHICHTE weiblicher Weisheit wartet in der Stille des Winters … sei es in den Zyklen des Irdischen oder denen des Kosmischen ... oder DEM des KOSMOS ...

Es gibt ein gutes Prinzip, das den Mann, das Licht und die Ordnung geschaffen hat,
und ein böses Prinzip, das die Frau, das Dunkel und das Chaos geschaffen hat.
Pythagoras

... und erduldet nunmehr all die Lügengeschichten des Patriarchats, in deren Verlauf Minor zunehmend als MAJOR wahrgenommen und das Künstliche vermehrt als das EINZIG Wahre empfunden wird ... wie es der eingeschobene Satz von Pythagoras eindringlich vermittelt. So verschwindet auch die Devolution von Bewusstsein aus selbigem und wird ersetzt durch die Evolution von Lebensformen, zunehmende Komplexität als erstrebenswert und vorteilhaft für das Bestehen einer Spezies ansehend und ihr eine Zukunft im Schlaraffenland technologischen Fortschritts in Aussicht stellend, über allen ANDEREN ( und Anderen ? ) erhabend.

Der Schlüssel zur GESCHICHTE des PROBLEMS liegt in der Vergangenheit ... und zeigt sich allgegenwärtig ... seit Tausenden von interpretierten Jahren. Noch einmal Doris Wolf:

Die Funde aus der vorpharaonischen Zeit deuten auf einen Himmelskult, eine Verehrung der Sterne und des Mondes. Eine Schieferpalette aus der Mitte des 4. Jahrtausends zeigt eine kuhköpfige Gottheit, die von Sternen umkreist wird und deren erhobene Arme in Sternen auslaufen. ''Die frühesten Belege zeigen nicht die Sonne, sondern einen Stern zwischen den Hörnern der Himmelskuh.'' (Assmann LÄ/IV/270) ''In einigen alten Mythologien ist die kosmische Kuh - die All-Mutter - die Schöpferin des Universums. Mit einem Schütteln ihres Euters erschafft die gehörnte Mondkuh den Sternenhimmel; ihr entströmt die Milchstraße in üppigem, niemals endendem Strom.'' (Johnson 1990, 284)

Die Darstellung der Großen Göttin als Kuhkopf ist kein Zufall, sie entspricht genau heutigen wissenschaftlichen Zeichnungen des Uterus mit Ovarien und Eileitern, was wiederum auf die erstaunlichen medizinischen Kenntnisse der vordynastischen ÄgyperInnen schließen lässt.
Die stilisierte weibliche Figur mit den erhobenen Armen ist eines von verschiedenen Symbolen für die Himmels- und Mondgöttin, die Königin der Sterne, die ihre Kinder sind. Alle orientalischen Länder verehrten zuerst den Mond und erst nach den arischen Eroberungen die Sonne. Der Mond war die ewige ''Große Mutter''. Sie ''schuf die Zeit mit all ihren Kreisläufen von Schöpfung, Wachstum, Verfall und Zerstörung; alte Kalender beruhten deshalb auf den Mondphasen und Menstruationszyklen''. (Walker 1993, 734)

Die offensichtliche Verbindung des Mondes mit den Menstruationszyklen und dem weiblichen ''Mond-Blut'', welches im Mutterschoß das ungeborene Leben nährt, machte den Mond zum primären Symbol der Muttergöttin. Im vorislamischen Arabien hatte die Mondgöttin eine derartige Vorzugsstellung, dass ihr Emblem, die Mondsichel, noch heute die Flagge islamischer Länder ziert, von denen viele außerdem noch in den drei Farben der Mondgöttin - rot//weiß/schwarz-grün - gehalten sind. Die Göttinnen-Dreifaltigkeit von Arabien, ''Manat'', bedeutete ''dreifacher Mond''. ''Der ursprüngliche Allah des Landes war Al-Lat, Teil der weiblichen Dreiheit zusammen mit Kore oder Q're, der Jungfrau, und Al-Uzza, der Mächtigen ... Die erste Sammlung von Gesetzbüchern wurde ihnen zugeschrieben und hieß Koran, das Wort der Kore.'' (Walker 1993,54)

Der Schwarze Stein von Mekka ruht im Haram, dem Heiligtum, das früher ein Frauentempel war. ''Der größte mittelalterliche Dichter der Sufis, Ibn al-Farid der ''Sultan der Liebenden'' sagte, dass wahre Göttlichkeit weiblich sei, und Mekka der Schoß der Erde. Ibn el-Arabia, der ''größte Meister'' der Sufimystiker, wurde der Blasphemie angeklagt, weil er gesagt hatte, die Gottheit sei weiblich.'' (ebda. 56) Al-Lat, identisch mit der babylonischen Allatu, wurde erst spät (im 7. Jahrhundert u. Z.) von Mohammed vermännlicht und ihre Schreine usurpiert oder zerstört. Ihr Symbol war die Mondsichel und das Tragen des Mondsichel-Amuletts das sichtbare Zeichen für die Verehrung der Göttin. Plutarch sagte, die Auswirkungen des Mondes sind diejenigen von Verstand und Weisheit ähnlich, wohingegen diejenigen der Sonne physische Kraft und Gewalt bewirkten. (s. Walker 1993, 733ff und 54ff)

Doris Wolf - Was war vor den Pharaonen ?  S. 198-199

Lassen wir diesbezüglich mal wieder das Bildervokabular fabulieren und uns informieren ... was, nebenbei bemerkt, etwas ganz Anderes ist, als mit datenlastigem Fastfood abgespeist zu werden:
Die Faszination der Milchstraße. Die All-Mutter ... all that matters. Mekka ... Nabel oder der wahre  Solarplexus  des Weltenkörpers ? Die Milch und ihre oftmals problematische Geschichte in den Kulturen. Sternenkinder ... ursprünglich und heute. Demeter und die Biobewegung. Sonnenstich und  Mondeinfluss . Sonnenbrand und  Vollmond . Der Satz des Pythagoras ... Geometrie, Mathematik ... Anhänger des arischen Sonnenkults. Pandora und die Büchse des Übels, die in Wahrheit eine Schatztruhe ist. Symbole.



Und immer wieder zeigt sich, dass das, was heute ist und für wahr gehalten wird, nicht immer so wa(h)r (war). So wurde zum Beispiel aus dem Symbol von Göttinen das Symbol für biozide Gefahrenstoffe:

         
            Biohazard                                   Dreifache Göttin

Doch Doris Wolf beleuchtet, jenseits des Mainstreams, noch weitere Facetten zur GESCHICHTE in ihrem Buch, vielleicht gar den wahren capstone der  Großen Pyramide , sowie tief greifendere  Symbolik .

Eine ganz andere Tatsache, die nicht übersehen werden darf, ist, dass sich in der ganzen weltweiten Mythologie kein Beispiel finden lässt, das einen männlichen Gott einer derartigen Verteufelung und Verfolgung aussetzt, wie dies mit den weiblichen Göttinnen geschah. Möglicherweise sollte auch die Schöpfer- und Muttergöttin 'MUT', lange vor Echnatons Versuch, sie auszulöschen, eliminiert werden. Jedenfalls ist interessant, dass der 'Allgott' TUM (bzw. A-TUM) der umgekehrte Name der MUT, also ihre Vermännlichung ist. Die Vermännlichung von Göttinnen, besonders wenn es sich um wichtige Schöpfergöttinnen handelt, ist in vielen Kulturen belegt. Der Religionsforscher W. Robertson Smith ''schreibt, dass er sehr ersctaunt war, als er fand, dass die Göttinnen der alten Semiten tatsächlich in historischen Zeiten 'ihr Geschlecht änderten und Götter wurden'''. (Gould Davis 1987, 46) Der Schriftsteller Joachim-Ernst Behrendt bemerkt nicht ohne Ironie:''Die linguistische Überprüfung fast aller Götternamen Europas, Asiens, Afrikas, Australiens und beider Amerika macht deutlich: Die Götter, so sehr die Herren Patriarchen sich später angestrengt haben mögen, sie zu maskulinisieren, waren ursprünglich fast alles Frauen.'' (Behrendt 1985, 335)

Doris Wolf - Was war vor den Pharaonen ?  S. 207

Aus MUT wird (A)TUM. Atome statt Demut ... bezogen auf die dritte Grafik aus dem vorherigen Kapitel ?! Was war zuerst, sei erneut gefragt: Huhn oder Ei ? Göttin oder Gott ? Weder noch. Beides zugleich. Im Falle des Huhns und des Eis, war es die Idee beides bewusst zu realisieren. Im Falle der Gottheiten das GÖTTLICHE ... und somit das Gesamtbewusstsein in Kohärenz.
Gottheiten ''entstehen'' aus der interpretatorischen Notwendigkeit des Konsens der realen Bildersprache heraus. So, wie das Leben nicht in der Welt ist, sondern die Welt das Leben ist, ist jede Gottheit nicht in der Welt, sondern bewusster Ausdruck der Devolution des GÖTTLICHEN.
Ein Klan, eine natürliche Gemeinschaft, ist frei von Mainstream und Alternativ(welt)sichten. Ein Einzelner des Klans ist der Klan. Eine derartige Gemeinschaft ist die Verkörperung von Bewusstsein, welches dem GÖTTLICHEN, aus Sicht der Evolution von Verkörperungen bzw. der Devolution des Gesamtbewusstseins, näher ist, als im Falle von Kollektiven, welche moderne Metropolen bewohnen und welche anderen Notwendigkeiten des Konsens ausgesetzt sind, entsprechend die Möglichkeiten der realen Bildersprache gänzlich anders nutzend.
Die beiden folgenden Kapitel gehen auf diese Zusammenhänge ausführlicher ein, beschreibend, wie die maximale Herausforderung für die HARMONIE des GANZEN sich aus dem Laufe der Geschichten und dem Auftauchen von allerhand Problemen gestalten lässt, wenn die GESCHICHTE und das PROBLEM ins Unterbewusstsein allen Bewusstseins verdrängt werden.



LEGOLUTION ... die Rolle des Menschen im Wirken der Realität

Unser Merkmal unter allen anderen Arten ist, die Welt ändern zu können.
Das Tier kann es nicht - wahrscheinlich weil es vollkommen harmonisch
und glücklick in seiner Routine ist.
Satprem

Der Konsens sieht den Lauf der  Evolution  von Lebensformen wie folgt ... in einer linearisierten, auseinandergezogenen Spirale zunehmender Komplexität, als immer runder werdenden Spielball von Natürlicher Selektion und Gendrift, während auf den Rängen des irdischen Stadions die Sexuelle Selektion grölt und tobt, stets um farbenprächtige Aufmerksamkeit bemüht ... nichts dem Zufall überlassend.


Evolution als Steinwurf aus der Tiefe der Vergangenheit

 Quelle 

Die aktuelle Anzahl von Verkörperungen einer Spezies stellt sich indes folgendermaßen dar:


 Originalgrafik

Offensichtlich nimmt die Anzahl einer Lebensform ab, je komplexer sie erscheint, geradezu so, als gelte es, aus Sicht des GANZEN, sich einem Entwicklungsmaximum nach und nach anzunähern, weil mit Zunahme der Komplexität das Maß der Auswirkungen auf das GANZE, zu denen die jeweils komplexeste Spezies in der Lage ist, ebenfalls zunimmt ... und so die Aufrechterhaltung der HARMONIE mehr und mehr herausgefordert bzw. gefährdet wird. Vergleichen lässt sich dieses, mal wieder, mit LEGO, zeigt sich doch in der Entwicklung der klassischen Grundsteine bis hin zu MINDSTORMS NXT, wie der Mensch das Leben im Konsens sah und sieht. Diesen Werdegang finden Sie  hier  bildhaft dargestellt.

The tail wags the dog

Klassische Legosteine sind die Viren, als einfachste Konstruktion von Leben, MINDSTORMS NXT wir Menschen. Übertragen auf vorherige Grafik kommt das nächste Bild, und darauffolgende Zusammenhänge, dabei heraus, verdeutlichend, warum der Mensch als ''tail'' bzw ''Schwanz'' vermehrt den Hund ( die Realität ) wedelt.

  • immer mehr verschiedene, spezielle Bausteine im Laufe der Zeit
  • immer mehr Abweichungen vom klassischen Format
  • immer mehr Abhängigkeit von einer Bauanleitung
  • immer mehr Funktionen der möglichen Konstruktionen
  • immer wahrscheinlicheres Einschleichen von Fehlern und Funktionsstörungen
  • immer mehr Abhängigkeit von einer ''fremden'' Energiequelle
  • immer mehr Fragilität, je mehr spezielle Bausteine verloren gehen
  • spezielle Bauteile immer wichtiger für die Konstruktion als Ganzes
  • spezielle Bauteile immer anfälliger, sprich fragiler
  • Bauteile müssen immer öfter an den vorgegebenen Platz, damit die Konstruktion als Ganzes funktionieren kann
  • Freiräume werden enger, in denen willkürlich gebaut werden kann
Fragilität zeigt sich im Verlust der Ungezwungenheit bzw. Unbekümmertheit, mit der Einzeller bzw. Einzelteile und Einzelbilder zu einem Ganzen zusammenfinden können. Je mehr geplant, verglichen und ein erfolgreicher Abschluss des Zusammenfügens erwartet wird, desto fragiler gestaltet sich das Gesamtvorhaben. Sie bezeichnet hier den Verlust spontaner und unmittelbarer Erfüllung des Erschaffens an sich, als Verlust der Neugierde auf Unerwartetes ... und verdeutlicht so, dass Lebensformen nicht im Voraus geplant wurden / werden ... aber mittlerweile, des Fortschritts wegen, geplant werden können, mit jedoch unabsehbaren, unordentlichen Folgen für das Leben als Ganzes.

Übertragen auf die real(isiert)e Evolution, aus dem jeweiligen Heute heraus, rückblickend, erkennt man, dass ...

  • ... im Konsens überwiegend die ''großen'', ''vorherrschenden'' bzw. ''auffälligen'' Lebensformen betrachtet und erinnert werden
  • ... die vorherigen bildbestimmenden Formen noch immer vorhanden sind, in großer Zahl und bis in die aktuelle Zeit hinein
  • ... bei außergewöhnlichen Naturereignissen bzw. Schocks offensichtlich fast immer die jeweils ''höchst'' entwickelten, sprich komplexesten, Lebensformen aussterben
  • ... je komplexer die Lebensform, desto geringer ihre Populationsgröße im Vergleich zu den weniger komplexen Formen ist
  • ... komplexere Formen viel mehr gefährdet sind auszusterben
Woraus hervorgeht, dass alle Arten von Lebewesen, die heute leben, das Ende einer Ahnenreihe sind, die jeweils ununterbrochen bestanden hat.

 Von der Mikro- zur Makroevolution  in leicht abgewandelter Form zum Originaltext
 
Dabei fing doch alles ganz einfach ... und ohne Einfluss von Fragilität ... an, auf einem ordentlichen Fundament fußend:

  

Noch heute gibt es weltweit weit mehr klassische Legosteine, mitunter verborgen auf Dachböden und in sonstigen Verstecken, weitergereicht von Eltern an ihre Kinder, und von diesen an ihre eigenen Kinder, als es bei den speziellen Bauteilen der TECHNICS- und MINDSTORM-Reihe zusammen der Fall ist.
Übertragen auf Viren und Bakterien liegen vergleichsweise folgende Schätzungen vor:

  • Bakterien und ihre Viren (Phagen) kommen überall vor (in allen Organismen, Erde, Wasser, Luft – besiedeln alle auch nur annähernd für Leben geeignete Örtlichkeiten
  • Die Artenzahl wird auf 1 bis 10 Millionen geschätzt
  • Es kommen etwa 10x mehr Phagen als Bakterien vor
  • Der Mensch enthält mehr Bakterien (10^14) als Körperzellen (10^13)
  • Die überwiegende Mehrzahl (>99%) der Bakterien leben in den Weltmeeren
  • Die Zahl der Bakterien wird auf 10^26 geschätzt. Da eine Bakterienzelle ungefähr 10^-12 g wiegt, ergeben sich daraus 10^16 g = 10^10 Tonnen Biomasse (ca. 1 – 10 Milliarden Elefanten)
  Von der Mikro- zur Makroevolution

Hieraus ergibt sich die real(isiert)e Rolle der Evolution von Lebensformen bzw. von LEGO für das GANZE, doch ist die wirkliche Rolle, im Kern des Bewusstseins, eine gänzlich andere bzw. ANDERE:

Lebensformen
Entspringen Dem
Gesamtbewusstsein Mit Dem Ziel Der
Optimierten Kohärenz

Es ist die Maximierung der Entfremdung der Realität von der Wirklichkeit bzw. die Maximierung der Annahme, aus Sicht der EINEN, dass der Minor der eigentliche MAJOR ist, während für die ANDEREN Minor und MAJOR immer in HARMONIE zueinander bestehen, den beiden klassischen Legosteinen ähnlich, mit denen ALLES begann.


Minor und MAJOR zu Beginn der Reise
 Quelle

Die Viren werden heute als dem Beginn des Lebens sehr nahe stehender Baustein angesehen, als Folge zufälliger Verkettungen von Aminosäuren, hin zur RNA und der damit initialen RNA-Welt. Vom Einfachsten, hin zum immer komplexer werdenden. Vom Primitiven, hin zum ... Besten was die Evolution imstande war zu leisten ? Schlausten ? Intelligentesten ? Bewusstesten ? Oder wurde hier enormst an der Entwicklungsspirale gedreht, so dass sie, völlig überdreht, zur Entwicklungslinie mutiert(e) ?
Doch das Einfache der Evolution ist nicht das Einfache der Devolution. Während sich in der Evolution das Einfache vervielfacht, sprich vermehrt, und ihm etwas hinzugefügt wird, um aus dem Einfachen etwas Komplexeres zu machen, geht dem Einfachen in der Devolution mehr und mehr verloren, nämlich das Wesentliche, welches das Einfache aus Sicht des Bewusstseins als GANZES ist.
So kommt es zur Annahme, dass sich das Leben in der Realität immer weiter entwickelt, immer weitere neue Merkmale hervorbringend, doch in Wirklichkeit muss das, als Leben verkörperte Bewusstsein einen Höhepunkt des Schaffens erreichen, die Schwanzspitze, um eine weitere Involution des bis dahin Geschaffenen einzuleiten ... so wie  LEGO , und auch APPLE, vielleicht einzig auf lange Sicht weiterbestehen können, wenn sie sich von nun an auf ihren Kern konzentrieren würden, anstatt stetig an weiterer Expansion festzuhalten, vergeblich versuchend den eigenen Schwanz mit immer fragileren Produkten zum Wedeln zu bringen.

Der Mensch, genau wie MINDSTORMS NXT, ist das sich expansiv zuspitzende Ende besagten Schwanzes, der Ahnenreihe, die mit den Viren bzw. den klassischen Bausteinen begann, als Verkörperung all der Möglichkeiten und Erfahrungen, die mit den Viren bzw. klassischen Bausteinen ihren Anfang nahmen und aktuell im Menschen bzw. in der MINDSTORMS NXT-Reihe integriert sind, und die Menschen bzw. MINDSTORMS NXT zu dem haben werden lassen, was sie heute, in der Gegenwart, darstellen ... auch wenn die Viren bzw. die klassischen Steine nicht mehr in den aktuellen Form zugegen sind, wie sie zu Beginn der realisierten Entwicklung vorhanden waren.

Wenn eine Veränderung vollzogen werden soll, geschieht das nicht durch ein künstliches äußeres Mittel, sondern durch ein inneres Wirken, ein WIRKEN DES BEWUSSTSEINS, das der Substanz die Form oder Erscheinung gibt. Das Leben gestaltet seine eigenen Formen ...

Satprem - Das Mental der Zellen  S. 75

Was als Zunahme von Komplexität von uns EINEN als Verbesserung angesehen und als solche verstanden wird, ist die real(isiert)e Interpretation zum Zwecke der Entfremdung von den ANDEREN ... aber auch, im Rahmen von Kontroversen, der Entfremdung der Einen von den Anderen. Fraktale Fragmentierung, anstelle von Kernkompetenz.
Sowohl die Realisierung komplexer Lebensformen, wie auch komplexere LEGO-Konstrukte mittels der Spezialisierung von Bauteilen, sind Bildwerdungen der Erweiterung der Variationsbreite des realen Bildervokabulars, um die Maximierung der expansiven Unordnung auch (artgerecht) umsetzen zu können, wie im vorherigen Kapitel bereits erörtert wurde.

Der Mensch ist die Krone der Notwendigkeit,
jedoch nicht die der Schöpfung.

Eine Spezies mag daher im Laufe der Evolution jenen ''besser'' erscheinen, die sich durch andere Interpretationen nur allzu sehr auf den Schwanz getreten fühlen, doch dient diese Diversifikation von Möglichkeiten in Wirklichkeit der Handhabung der Unordnung, wodurch Minor und MAJOR sich im Vokabular der realen Bildersprache mehr und mehr auseinanderleben und der damit einhergehende Lernprozess seinem Höhepunkt entgegenstreben kann. Ungehindert voller Hindernisse. Oder anders ausgedrückt: Der Schwanz passt, proportional gesehen, immer weniger zum Hund.
So werden aus dem EINSSEIN heraus unzählige (L)EGOs ... und LOGOS ... geboren, die meinen ihr EGO sei das einzig Wahre in ihrer Welt(Sicht) nachlassender Weitsicht. Interessanterweise ist der Schritt vom einfachen (L)EGO-S(t)ein zum einfachen HOLONS nur ein kleiner ...

Und da manche reife Frucht mehrere Kerne in sich trägt, zum Beispiel ein natürlich gewachsener Apfel, ist es an der Zeit den Kern der Quantentheorie mal wieder miteinzubeziehen. Daher lassen Sie mich an dieser Stelle Francisco J. Varela zitieren, Co-Autor des Buches Der Baum der Erkenntnis: Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens:

“Der Ausgangspunkt dieses Kalküls … ist das Setzen einer Unterscheidung. Mit diesem Urakt der Trennung scheiden wir Erscheinungsformen voneinander, die wir dann für die Welt selbst halten. Davon ausgehend bestehen wir dann auf dem Primat der Rolle des Beobachters, der seine Unterscheidungen an beliebiger Stelle macht. Doch diese Unterscheidungen, die einerseits unsere Welt erschaffen, enthüllen andererseits aber eben dies: nämlich die Unterscheidungen, die wir machen – und sie beziehen sich viel mehr auf den Standpunkt des Beobachters als auf die wahre Beschaffenheit der Welt, die infolge der Trennung von Beobachter und Beobachtetem immer unerfassbar bleibt. Indem wir der Welt in ihrem bestimmten So-Sein gewahr werden, vergessen wir, was wir unternahmen, um sie in diesem So-Sein zu finden; und wenn wir zurückverfolgen, wie es dazu kam, finden wir kaum mehr als das Spiegelbild unserer selbst in und als Welt. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Annahme enthüllt die sorgfältige Untersuchung einer Beobachtung die Eigenschaften des Beobachters. Wir, die Beobachter, unterscheiden uns gerade durch die Unterscheidung dessen, was wir anscheinend nicht sind, nämlich durch die Welt.”

 Quelle

Hätte es LEGO zu Zeiten Charles Darwins schon gegeben, hätte er vielleicht bemerkt, statt in ferne Länder zu reisen, sondern eigene Kinder beim Spielen mit LEGO beobachtend, was es mit der Evolution wirklich auf sich hat, vertuscht sie doch die tatsächliche Devolution des Bewusstseins, mittels Lug und Trug einer Linearität, die jedoch spiralförmig etwas ganz Anderes bzw. GANZ ANDERES darzustellen vermag.
So ist es an der Zeit auch den Goldenen Schnitt mal wieder miteinzubeziehen und der Goldenen Philharmonie Gehör zu schenken ... und aufzuzeigen, wo die Integrale Theorie á la Ken Wilber ihre notwendige Schwachstelle hat, kann doch jede Theorie nur so schwach bzw. falsch sein, wie ihr im Voraus Stärke bzw. Richtigkeit vom Konsens ermöglicht wird.

The future is in the past.
Actually there is an Arabic proverb to that effect:
he who does not have a past has no future.
Nassim N. Taleb

Die Natur als Ganzes, Menschen inklusive, basiert auf den klassischen Legosteinen. Natürliche Lebensformen sind, als Ganzes, antifragil und damit im Besitz von Potenzial sich, bei Herausforderungen durch Unordnung, der HARMONIE wieder anzunähern, jedoch auf Kosten der Kohärenz des GANZEN, bedingt durch reaktive Unordnung, die der Mensch zunehmend realisiert, wodurch sich das Maß an Fragilität in der Realität immer weiter ausbreitet und die Devolution weiter voranschreitet.
So spielen in der Natur Viren als klassische Bausteine nach wie vor die Hauptrolle in der dramaturgischen Zuspitzung der Beibehaltung der HARMONIE, während der Mensch durch bewusste Manipulationen immer neue, spezielle Bausteine zu kreieren versucht und diese schließlich ins Spiel bringt. Den Fans auf den Rängen des irdischen Stadions gefällt es ungemein.
Insbesondere das Erschaffen von Lebensformen, die nicht der zuvor erwähnten ununterbrochenen Ahnenreihe entspringen, erweitert die Variationsbreite des notwendigen Lernprozesses ... nicht durch Vereinfachung, sondern vielmehr durch Vereinfachung, sprich Verkomplizierung. All das unter den wachsamen Augen des Schiedsrichters bzw. des Dirigenten der Goldenen Philharmonie, verkörpert als nicht-menschliches Bewusstsein ... und doch immerzu Teil eines jeden Menschen, eines jeden Lebewesens ... eines jeden einzelnen Spielers bzw. Musikers.

Kein Bewusstsein kommt demnach dem GÖTTLICHEN, dem Gesamtbewusstsein in Kohärenz, näher, in Form antifragilen Bestehens über interpretierte Zeitalter hinweg, als jenes, welches die Gesamtheit aller Viren verkörpert. Das real erscheinende Einfache ist dem wirklich Einfachen, dem Wesentlichen, nach wie vor, am nächsten ...  wird aber als solches überhaupt nicht wahrgenommen. Dieses so unscheinbare Bewusstsein vermag das einflussreichste Auge auf die Beibehaltung der HARMONIE zu werfen ... und findet sich im Kern jeder Zelle, jeder Lebensform und aller Lebewesen des Lebens als Ganzes ... dort, wo die eigentliche Musik wirklich spielt ... und Biophotonen mit aktivem Licht ordentlich eine winzige Bühne im Einzelnen, aber eine riesige Bühne im Allgemeinen, auszuleuchten vermögen.

Auch ohne ununterbrochene Ahnenreihe sind neuartige Substanzen, die als chemische Errungenschaft in, mitunter globalen, Umlauf gebracht werden. Gleiches gilt für jegliche andere neue Bildvokabel der realen Bildersprache, deren Novum sich dadurch zeigt, dass sie keiner bisherigen Geschichte zugeordnet werden kann. Etwas gänzlich Neues, etwas Einmaliges, zu erfinden ist etwas ganz anderes, als etwas ganz Neues, dass aus der Vereinigung von bereits Vorhandenem hervorgeht, oder das bereits Vorhandene in einem ganz anderen Kontext anwendet.
Dazu gehört zweifelsohne die Antifragilität, eine Wortkreation des Autors Nassim N. Taleb. Sie entspricht nicht unserem Verständnis von Robustheit, als vermeintliches Gegenteil von Fragilität, stellt doch alles Robuste einen isolierten Entwicklungsstillstand dar, einzig davon zeugend einen festgesetzten Zustand über den Verlauf der Zeit beibehalten zu können, ohne auf Veränderungen im Umfeld anders zu reagieren, als es zuvor bereits immer der Fall war. Antifragilität beschreibt dagegen einen dynamischen Prozess der Aufrechterhaltung von HARMONIE, die in kosmischer Größenordnung gipfelt und die Erfahrungen des Bisherigen immerzu einbezieht, einhergehend mit dem Bruch von Gewohnheiten. Daher sind die ANDEREN immer antifragiler, während wir EINEN immer fragiler werden, weil unsere Gewohnheiten zu ihren Herausforderungen werden.

   

Auffällig ist die Ähnlichkeit der Antifragilität zu den klassischen Legosteinen und zu den Viren und Bakterien. Auffällig ist auch, dass, sowohl im Verlauf der Entwicklung von LEGO, als auch der Lebensformen, der rechte Schwanz sich mehr und mehr der Antifragilität entzieht und zudem immer dünner und dünner wird. Sowohl im Fall von LEGO, wie auch im Fall der Lebensformen, zeigt sich die zunehmende Vermeidung gänzlich neue Wege zu gehen, der Gewohnheiten wegen. LEGO hat den Höhepunkt seiner Entwicklung inzwischen erreicht, verdeutlicht durch das neueste  Produkt  aus dem Hause einer langen Tradition, welches, wie im Fall von Disney beschrieben, die Verkünstlichung des Natürlichen auf die Spitze treibt und Fragilität zur Schau stellt ... und obendrein von modernen Frauen empfohlen wird. Auch APPLE dürfte diesen Punkt mittlerweile erreicht haben. Und auch wir Menschen, als real(isierte) notwendige Spezies, befinden uns unmittelbar vor dem Höhepunkt der Ausdünnung, welche sich als Vermeidung der Begehung neuer Wege zeigt, aus Angst Reaktionen zu ernten, die nicht unserer Vorstellung von Normalität entsprechen bzw. dem Mainstream widersprechen. Die Welt wimmelt von Rechtsabbiegern und Geradeausfahrern. Lebewesen werden rarer, Lebensformen nehmen zwangsläufig zu.
Und so wie LEGO sich von nun an nicht neu erfinden kann, wird auch der Mensch nicht neu erfunden werden, um zu ermöglichen, was vor dem Leben liegt ... der Weg zum Ziel ... die Erinnerung im voraus !

Ganz anders das Bewusstsein allen Lebens und seine Möglichkeiten.
Laut der Integralen Theorie wandelt sich das Bewusstsein der Menschen seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte hinauf zu immer ''höherer'' Komplexität, folgende Stufen erklimmend:

 Kosmisch / Göttlich  ... Einssein
 Holistisch  ... Individuum / Kollektiv
 Integrativ  ... Globalisierung / Informationen
 Sensitiv  ... Rohstoffe / Bürgerrechte
 Wissenschaftlich  ... Instrumente / Maschinen
 Autoritär  ... Recht & Ordnung / Religion
 Egozentrisch  ... Landwirtschaft / Sesshaftigkeit
 Magisch  ... Sprache / Werkzeuge
 Instinktiv  ... Natur / Jäger-Sammler

Das kosmische Bewusstsein käme den Vorstellungen der Transhumanisten sehr nahe, bedeutet es doch die Verbreitung, des einst archaischen, Bewusstseins in den Weiten des Universums, von einem Urknall von Bewusstsein ausgehend, aus dem die weitere Entwicklung hervorgeht und immer komplexere Strukturen sich herausbilden, mit entsprechend neuen Möglichkeiten der Bewusstwerdung bzw. der Bewusstwerdung der Möglichkeiten an sich.
Die Zukunft der Menschheit kann nicht ein derart kosmisches Bewusstsein sein, da der Kosmos immerzu Ausdruck von Bewusstsein ist, realisiert in Form der jeweiligen Möglichkeiten zwischen Atman und Atman, zwischen dem Unbewusstsein ALLER Möglichkeiten und dem zunehmenden Bewusstsein darüber, was ALLES möglich sein kann, um die Notwendigkeit der ''Rückkehr'' nach ''Vorne'' erlebbar zu machen, reicher an Erfahrungen, als es auf ''halbem Wege'' den Anschein hatte.
Einem Saatkorn oder einer befruchteten Eizelle ähnlich entwickelt sich die Evolution zwar aus einer voherigen Involution heraus, was ganz im Sinne der Wilber'schen Integralen Theorie ist, doch zeigt sich gerade in der Entwicklung des Menschen der Zyklus des kosmischen Lernprozesses, anhand der bewussten Entfremdung des Menschen vom GANZEN, obwohl der Mensch immer Teil des GANZEN ist. Die ''Schwanzwerdung'' der Menschheit ist Ausdruck der Zuspitzung der Devolution des Gesamtbewusstseins, die mit dem Durchlaufen der Pubertät des Selbigen ihren Höhepunkt finden wird. Dieser Höhepunkt widerspricht jedoch den linearen Vorstellungen der ''normalen'' Evolutionssicht ... was nicht weiter problematisch ist, da es aus Sicht des GANZEN eine Notwendigkeit darstellt, dass die Wirklichkeit sich nebulös in der Realität verliert ... und sich Lösungen nur Stück für Stück, fragmentiert, präsentieren ... als detailreiche Karte eines unbekannter werdenden Terrains.

Everybody is right. More specifically, everybody - including me -
has some important pieces of truth ...
Ken Wilber

Somit dürfte auch Wilbers AQAL einzig der Zähmung der Komplexität dienen und die Rolle der Anderen bzw. ANDEREN nicht, dem MAJOR entsprechend, berücksichtigt werden, wie es der folgende Text über die Integrale Theorie verdeutlicht:

Darüber hinaus haben gebildete Moderne eine konzeptuelle Fähigkeit, die nicht bei Stammesangehörigen gefunden werden kann. Moderne sind dazu fähig, über sich selbst und ihre Gesellschaft aus einer viel erweiterten Perspektive nachzudenken als die, die Menschen der Steinzeit einnehmen konnten. Doch, so mag man fragen, woher wissen wir das? Wie können wir sicher sagen, dass das Bewusstsein eines modernen Menschen ,weiterentwickelter’ ist als das Bewusstsein einer Person, die 8000 Jahre vor Christus lebte?

 Quelle  pdf

Die aktuelle Popularität von Ken Wilber mag vielleicht ihrerseits den Höhepunkt des Nebels darstellen, in dem Linearität als einzige Möglichkeit angesehen wird, dem Nebel letztendlich entkommen zu können. Somit mag sich AQAL als Notwendigkeit herausstellen, um in Kürze verdeutlichen zu können, dass es mit dem menschlichen Bewusstsein etwas ganz Anderes auf sich hat, vor dem Hintergrund, dass das Leben, mitsamt Bewusstsein bzw. Bewusstwerdung, sich nicht vor Millionen von Jahren auf einer bereits vorhandenen Erde in einem bereits Milliarden Jahre alten Universum entwickelte, bis zum heutigen Tag.
     

Linearität vom Urknall bis zur Neuzeit - Evolution von Lebensformen - Entweder / Oder - Universum

Grafik:  Andreas OttigerAmmann 

Aus der Grafik ergibt sich der horizontale Lauf der linearen Zeit und der Evolution von Lebensformen bzw. immer komplexer werdender Strukturen. Doch, wie bereits beschrieben, hat Komplexität nichts mit der ''Verbesserung'' von Bewusstsein, sondern vielmehr mit der Fragmentierung selbigen zu tun. Das Ausmaß der Komplexität ist die Entfremdung vom Kern des GANZEN, der Verlust der Beziehungen der Bilder zueinander bzw. die Wandlung von Information in isolierte Datensätze. So werden die Räume von Kreis zu Kreis zwar größer, der individuellen Möglichkeiten und daraus hervorgehender Projekte eines einzelnen Menschen wegen, doch Freiräume schwinden mit der Zunahme von Komplexität und dem Abbruch von Beziehungen ... während Zwischenräume immer leerer werden.

Unsere hervorstechende Eigenschaft unter allen anderen Arten ist nicht so sehr, Moleküle auseinanderzunehmen, Radaranlagen zu erfinden und den Weltraum zu erkunden, sondern uns zu irren. Das Tier täuscht sich nicht, es weiß augenblicklich. Unser gesamtes wissenschaftliches Arsenal ist tatsächlich ein gigantisches Kartenhaus, um zu versuchen, den Mangel eines unscheinbaren direkten, einfachen Wissens wettzumachen und uns mit tausend Armen und Antennen zu versehen, um die direkte Handlung zu ersetzen.

Satrep - Das Mental der Zellen  S. 47

Unser ganzer evolutionärer Weg über verschiedene Zangen, Antennen, Fühler oder Gehirnlappen hat nur den einen Zweck, das wiederzufinden, was hier ist und nur vorübergehend von unserem Hauptinstrument der Erkundung unserer äußeren Umgebung verdeckt wurde. Die Macht des Atoms erforschen wir indirekt mit unseren Zangen und Zyklotronen, aber die Macht der Zelle und das Wissen der Zelle kennen wir nicht, weil sie sich nicht mit äußeren Mitteln handhaben läßt: sie muss gelebt werden.


Satrep - Das Mental der Zellen  S. 49

Mit jedem weiteren Kreis der obigen Grafik wird das an Auflösungsvermögen zunehmende Bewusstseinsfernrohr länger, durch welches wir, es verkehrt herum haltend, zurückblicken, wodurch der wesentliche Kern immer mehr in immer weitere Ferne rückt und gänzlich aus dem, immer eingeschränkteren, Blickfeld des Universums verschwindet, oder in immer kleinere Einzelteile zerlegt wird. Daher bedarf es all der Geräte und Hochleistungsrechner, die mit immer höherer Auflösung und Genauigkeit das zu ersetzen versuchen, was wir Menschen durch unser vermeintlich ''höheres'' Bewusstsein nicht mehr im Zusammenhang betrachten können. Wir ersetzen Kohärenz durch Komplexität, Wirklichkeit durch Realität, Information durch Daten. Willkommen in der dritten Natur, von der McKenzie Wark schrieb:

There may be no return to nature, but as third nature extends itself in time and space, it becomes the medium of expression of the production of a fourth nature, a fifth—nature to infinity—natures which may overcome the destructive limits of the second nature produced by class society.

A hacker manifesto  -  McKenzie Wark [ 156 ]

Die realisierte Evolution, in der Rückschau aus dem Heute, der Gegenwart, heraus, durch die inzwischen gigantische Linse des Fernrohrs, gleichzusetzen mit der gigantischen weißen Leinwand vom Beginn von GOLD-DNA, ''beginnt'' jedoch in Wirklichkeit, wie in nachstehender Grafik dargestellt, als Devolution des GÖTTLICHEN, einer Pflanze ähnlich, die sich, von oben betrachtet, aus dem Boden empor reckt, der Sonne entgegen ... und damit vertikal, der HARMONIE ihre Tiefe für das Gefühl der Kohärenz verleihend:

    

Hier und Jetzt in HARMONIE - Devolution von Bewusstsein - Sowohl / Als auch - Kosmos
Grafik:  Andreas OttigerAmmann 

Die Kennzeichnung mittels der Fibonacci-Zahlen, als Verdeutlichung der energetischen Proportionen, die der Beibehaltung der HARMONIE des Kosmos als GANZES dienen, erklärt das Zusammenspiel von Minor und MAJOR als Dynamik der Ausbalancierung, mittels Informationen des Erbes der Lernprozesse aller vorherigen Universen.
Erinnern Sie sich vielleicht noch an den Prozess der Annäherung der Fibonacci-Zahlen an Phi ? Anbei eine kleine, aber bedeutende, Erinnerung ... und der erneute Hinweis auf den Aufbau der DNA allen Lebens aus zwei gegenläufigen RNA-Strängen, die spiralförmig zusammenfinden:

Die nebeneinanderstehenden Fibonacci-Zahlen nähern sich in ihrem Verhältnis zueinander nicht beliebig dem Wert des goldenen Schnitts (Φ) an. Sie tun es abwechselnd von oben und von unten. Dadurch werden zwei voneinander unterschiedene Reihen beschrieben. Die eine Reihe nähert sich von oben dem Wert Phi an, die andere von unten. Sie bilden eine polare Gegenläufigkeit, die auf eine gemeinsame Einheit zulaufen, deren Repräsentant die Zahl Phi ist. [...]

Dr. Ruben Stelzner -
 Der Goldene Schnitt  pdf

Das von der Integralen Theorie vorausgesagte kosmische Bewusstsein, wie kurz zuvor angemerkt, gibt es längst, es hat es immer gegeben, seit das PROBLEM einer Lösung bedurfte, denn das Gesamtbewusstsein allen Lebens realisiert das Universum, in Form des bewusster werdenden LÖSUNGSWEGES. Dabei ist es das Universum, das sich, durch die Möglichkeiten des sich fragmentierenden Bewusstseins, ständig verändert, während im Kern des Kosmos die Lösung aller Probleme fortwährend offensichtlich verborgen liegt ... die HARMONIE, als Stein der Weisen, als Elixier aus Schlangenblut und Schlangengift. Nicht Göttin, nicht Gott, sondern das GÖTTLICHE ... die Vereinigung der aktiven Ordnung der Weisheit und das Potenzial der Fragmentierung selbiger. Die Vereinigung von Feuer und Wasser ... nicht zu verwechseln mit den leeren Versprechungen ... und Auswirkungen ... von  Feuerwasser .
Der Unterschied zwischen der linearen Realität und der Wirklichkeit im Hier und Jetzt ist der Unterschied zwischen der Evolution des Lebens und der Devolution des Bewusstseins als Ganzes. Es ist dieser Unterschied, den Francisco J. Varela so treffend und allgemeingültig zuvor mit den Worten beschrieb: Wir, die Beobachter, unterscheiden uns gerade durch die Unterscheidung dessen, was wir anscheinend nicht sind, nämlich durch die Welt. Es ist der Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung, zwischen MAJOR und Minor.

Verborgene Harmonien sind stärker als offenkundige.
Heraklit

Die Lösung des PROBLEMS und damit das Wesen der GESCHICHTE, unser oft erwähntes GEHEIMNIS des KOSMOS als GANZES, liegt nicht in der linearen Realität, dient diese doch einzig der maximalen Fragmentierung, sondern im Bewusstsein selbst, als Ausdruck der URSPRACHE, die ohne Buchstaben, ohne Worte, ohne Laute, auskam, der Sprache, derer das GÖTTLICHE mächtig war, im energetischen Zustand der Kohärenz, und aus der, unter dem Einfluss vererbter Informationen, die Devolution des GÖTTLICHEN ihren spiralförmigen Lauf nehmen konnte.

Nur das Involvierte kann evolvieren.
Sri Aurobindo

Die realisierte Geschichte und die Verzerrung des Ursprungs der eigentlichen GESCHICHTE bedürfen der zunehmenden Vereinzelungen des GANZEN in Einzelteile, deren isolierte Informationen anschließend verallgemeinert werden. Daher ist der Weg der Menschheit gepflastert mit all den Problemen der Vereinzelungen und deren Verallgemeinerung, ausgehend vom PROBLEM, dargeboten auf verschiedensten Pfaden.
Folgendes Problem spielt dabei für die meisten, im Bestreben eigene Probleme zu lösen, keine wesentliche Rolle, und doch zeugt es vom Beziehungsproblem, das im Grunde allen Problemen zugrunde liegt, umso mehr, je weniger wir Menschen in der Lage sind Beziehungen einzugehen und zu pflegen. Teufelskreis ? Ja ! Doch das ist nur die ''halbe'' Geschichte, gehört doch zur Geschichte des GANZEN auch die andere bzw. ANDERE ''Hälfte'' dazu.

Problembeschreibung: Wie kann es sein, dass die elementare Zusammensetzung der Sonnen in unserer Galaxie derart unterschiedlich ausfallen, wo doch alle Sonnen, dem aktuellen Konsens nach, dieselbe Geburtsstätte haben ? Mit dieser problematischen Frage beschäftigt sich der aufgeführte Text.

Why the stars should be so unalike is a mystery to astronomers because all the stars, including the Sun, should have been born from the same mix of elements in a nebular cloud. The prevailing theory is that the Universe formed out of the largest structures imaginable: tremendous clouds and sheets containing millions of galaxies that broke up into the smaller dusty clouds, which then became individual galaxies.

 Quelle

Entspringt die Erwartung, dass Sterne, die ihrerseits einer gemeinsamen Quelle entspringen, auch ähnlich zusammengesetzt sein sollten, nicht unserer Vorstellung vom Gleichsein der Mitglieder einer Spezies ? In der Medizin werden Normwerte für alle Menschen geschaffen, Intelligenz wird mit einem Test bestimmt und auf alle Menschen übertragen, Kalorienmengen, die am Tag benötigt werden, werden nach Tätigkeiten und Geschlecht vereinheitlicht, und Gensequenzen mit bestimmten Krankheiten verallgemeinert. Abweichungen von einer festgelegten Norm sind ''nicht normal'' und bedürfen daher menschlicher Intervention. Massenimpfungen sind eine weitere Form dieses Wahnsinns, der als Normalität daherkommt. Es scheint, als würden wir EINEN, im Umgang mit unseresgleichen und den ANDEREN, immer unsicherer werden, je weniger physikalische Normen erfüllt werden können. So wäre die Welt für uns schließlich einzig voll in Ordnung, wenn nichts mehr dem ''Zufall'' überlassen und ALLES nach unserer Vorstellung vereinfacht werden würde, ein Umstand, der bereits im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung der Realität beschrieben wurde und aktuell als  Big Data  Einzug in das Vokabular der realen Bildersprache hält.

Dass Sonnen einer Galaxie als Ideencluster inmitten der interpretierten Weite des Gesamtunterbewusstseins angesehen werden können, miteinander in Verbindung stehend, aber auch mit allen anderen Clustern anderer Galaxien, im Rahmen von Resonanzbildung und Informationsvermittlung, zum Zwecke der Beibehaltung der kosmischen HARMONIE, hatte ich bereits in einem zurückliegenden Kapitel erwähnt. Auch die elementare Zusammensetzung der Sonnen mag so zwar ''zufällig'' erscheinen, aber in Wirklichkeit erscheinen auch sie als das Aufeinandertreffen mehrerer Notwendigkeiten, die sich den ersten Blicken entziehen.
Jede Sonne ist wie ein Organismus, von dem ein jeder seine ganz eigene Rhythmik und Synchronisation von organischen Abläufen hat. Dies geschieht in Abhängigkeit vom und in der Beziehung zum Umfeld, die sich beide gänzlich der definierten Zeit entziehen, mit der wir versuchen diese Vorgänge zu messen, was jedoch einzig in der statistischen Mittelung endet ... und nicht in der Goldenen ''Mitte'' der Aufrechterhaltung der HARMONIE. Da hätten wir sie wieder, die Vereinfachung, die Ver-LEGO-lisierung, in einer immer komplexer erscheinenden Welt. Der Schwanz wedelt den Hund. Und denken Männer wirklich immer nur an das Eine ? Fragilität ?
Dabei geschieht die individuelle synchronisierte Koordination bzw. Ordnungsaufrechterhaltung stets im Verbund mit allen anderen Organismen der gleichen Spezies, aber auch mit allen ANDEREN Spezies. Die Biodiversität selbst ist der Ausdruck des Ordnungspotenzials des Lebens und zeugt vom geistigen Zustand der Welt.
Jeder einzelne Organismus regelt sich selbst ... und alle anderen Organismen hinsichtlich des Verhältnisses von Minor und MAJOR. Jede erste Geige, die ein Mensch zu spielen meint, um seinem Ego Ausdruck zu verleihen, kann zum Missklang für andere und die ANDEREN werden, entsprechende Reaktionen hervorrufend, die somit notwendig werden.

Die Rolle der Diversität lässt sich auch auf die Sonnen im All, im Unterbewusstsein aller verkörperten Bewusstseine, übertragen. Jede Supernova ist ein Geistesblitz an Ideen, die nur ins Bewusstsein ''gelangen'' können, weil die Verschiedenheit, die Vielheit im obertonreichen Gleichklang der Sonnen die Koordination der Aufrechterhaltung der HARMONIE des GANZEN ermöglicht. Jede Idee entspringt daher der Notwendigkeit für das GANZE, im Rahmen der Möglichkeiten aller Einzelnen. Jeder Organismus kann als Notwendigkeit für das GANZE (Leben) bestehen und gedeihen, solange die Möglichkeiten dahingehend von allen Organismen, sprich verkörperten Bewusstseinen des sich (noch) fragmentierenden Gesamtbewusstseins, gegeben sind.

Die Massenvernichtung einer Population, egal welcher Spezies, hat immer Auswirkungen auf das Leben Aller aller anderen Spezies. Immer. Somit ist keine Idee einzig einem Einzelnen entsprungen, sondern immer das Werk aller, die sind und die waren ... innerhalb ihrer eigenen Lebenszeitspanne, die sich von Spezies zu Spezies sehr unterscheidet.
Auf jede einzelne Spezies für sich bezogen, offenbart sich auch hier der Irrsinn der Vereinfachung, mittels Statistik, die Lebenserwartung von Lebensformen zu ermitteln, und eine Abweichung dieser Norm, anhand der aktuellen Datenlage, als umso unnatürlicher anzusehen, je größer die Abweichung ausfällt.

Nur Menschen spielen die ersten Geigen ... und pochen auf die Achtung ihres Egos, ihres  Copyrights , sowie weiterer Rechte und Sicherheitsbestimmungen ... und wünschen sich beim Anblick einer Sternschnuppe in wolkenloser Nacht etwas aus dem Repertoire ihres menschlichen Verständnisses von Harmonie ... manche tragen tagsüber obendrein ordentlich Sonnenschutzcreme auf, um sich vor dem Ideeneinfluss anderer, und der ANDEREN, zu schützen ... oder aber sie tragen synthetische UV-Kleidung.
Ideen finden ihren Weg in die Realität durch die Diversität mit Informationen auf ganz eigene Art umzugehen, je nach Möglichkeiten und Notwendigkeit ... im zyklischen Wechsel von Tag und Nacht, in unterschiedlicher Informationsdichte zwischen Nord und Süd, zwischen Arktis, Äquator und Antarktis. Eskimos, Rothaarige und ''Braungebrannte'' ... Naturvölker, Naturverbundene und Großstadtbürger ...

Wolfgang Deppert spricht in  Mythische Formen in der Wissenschaft: Am Beispiel der Begriffe von Zeit, Raum und Naturgesetz  vom Allgemeinen und vom Einzelnen. In der Realität zeigt sich, dass das Allgemeine immer mehr vereinzelt wird, was zur vermeintlichen Zunahme der nicht minder vermeintlichen Komplexität führt, da das Einfache, das Wesentliche, durch Vereinfachung in der Vereinzelung, in Form der Beziehung des Einzelnen zum Allgemeinen, verloren geht bzw. davon getrennt wird, wie in der vorletzten Grafik des Universums dargestellt.. So wird aus dem KOSMOS als GANZES eine Vielzahl verschiedener Weltbilder und aus der HARMONIE eine Vielzahl verschiedener Ansichten und Sehnsüchte von und nach Harmonie. Das Einfache schwindet. Komplexität bestimmt das (Bühnen-)Bild. Brainstorm und MINDSTORMS.
Manch einer, der das Sonnenlicht vielleicht scheut, kommt dabei gar auf die Idee das Universum als Teil eines Multiversums anzusehen, als ein winziges Teilchen von ungeheuer vielen anderen Teilen. Welch ein Nährboden für Zufälle und Spielarten dunkler Mächte. Irgendwie hantiert die Wissenschaft zu viel mit Dunkler Materie ( dark matter ), Dunkler Energie ( dark energy ) und Dunklen Flüssen ( dark flow ). Ich kann mir gut vorstellen, dass die Optimierung endlich mal Licht in diese Dunkelheit bringen wird, endlich den Zufall entlarvend, der unserem Universum angedichtet wird, und der noch zufälliger wäre, wenn der Zufall unseres Universums vom Zufall all der anderen Universen des Multiversums abhängig wäre ... alles entstanden aus Zufall, rein zufällig, ist doch klar.

Dieses fortschreitende Hinzufügen von Einzelteilen nährt die Komplexität, verdeutlichend, dass dieser expansive Weg zwar nicht falsch, da notwendig für die Maximierung des Lernprozesses, aber der weiteren Fragmentierung des PROBLEMS und bereits bestehender Probleme sehr dienlich ist, denn kommt die energetische Addition des Bildvokabulars ins Spiel, rückt die Wirklichkeit weiter in die Ferne. Zusatzstoffe in Lebensmittel, oder andere Additive, bilden da keine Ausnahme, ebenso all die Bauteile der Materie, die mittels Teilchenbeschleunigern entdeckt ... oder vielmehr erdacht werden ( müssen ).
ALLES ist EINS ... und ALLES ist in EINEM, inklusive der Lösungen, samt LÖSUNG, des PROBLEMS, wie es ihrerseits die vorherige Grafik des Kosmos veranschaulicht, deren Kern des GANZEN anbei vergrößert dargestellt wird ... immerzu Teil des GANZEN und in Beziehung zu ALLEM stehend, egal, wie groß der Kreis um das PROBLEM auch gezogen wird, egal, wie weit der Bogen, den wir EINEN versuchen um das PROBLEM zu machen, auch ausfallen mag. Das Leben muss sich diesem stellen ... um letztendlich erwachsen werden zu können, befreit vom unordentlichen Ballast der Wachstumsphase, jenseits der Pubertät:


Immerzu in der Annäherung an Phi zugegen

Keine Bildwerdung verdeutlicht das KERNPROBLEM, besagter Schritt vom Einfachen zum Vereinfachten, vom Allgemeinen zum Verallgemeinerten, anschaulicher als das folgende, mitsamt Lösung(-sweg), weder kompliziert, noch komplex, dafür aber ganz ein(s)fach ...



Obiges Bild verdeutlicht auch den Werdegang des PROBLEMS vom Ursprung aus. Es zeigt, warum die verallgemeinerte Annahme, das Universum sei einem Urknall entsprungen, nebst der nicht minder verallgemeinerten Annahme, das Leben sei einer Ursuppe entstiegen, zwangsläufig zu immer mehr Köchen führen MUSS, die allesamt ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Dabei sind jedoch nicht die einzelnen Zutaten, Rezepte oder Fertigkeiten ausschlaggebend, denn vor der eigentlichen Zubereitung der Suppe bedarf es immer erst der Aussicht auf das Stillen des HUNGERS, ist der HUNGER doch die eigentliche Motivation sich des PROBLEMS anzunehmen. Da mag natürlich nicht verwundern, dass heutzutage ein vermeintlicher Hunger zwar der Entbehrung von etwas Wesentlichem gleicht, jedoch versucht wird diesen Hunger mit etwas Unwesentlichem zu stillen.
Viele Köche verderben den Brei. Probleme entstehen. Männliches Prinzip am Werk.
Bei Großmutter schmeckt es allerdings am Besten. Weibliches Prinzip am Werk.
In den Großküchen der Welt tickt die (Gar-)Zeit überall gleich. Großmutter dagegen hat immer eine Lösung parat, wenn Hunger zum Problem wird, unabhängig von der physikalischen Uhrzeit.
Übertragen auf das Bild der HARMONIE zeigt sich:



Wo liegt nun die Lösung des PROBLEMS ? Natürlich in jedem vereinzelten Problem selbst, wie die Vereinfachungen im obigen Bild es deutlich zeigen, steckt doch in jedem Koch auch die Erfahrung der Großmütter, und in jeder Lebensform die der Viren ... und somit etwas vom GÖTTLICHEN. Und in jedem Universum die Fülle an Möglichkeiten, die der Lösungsweg notwendig macht.

Wolfgang Deppert beschreibt die Problematiken in den Großküchen unserer Realität wie folgt:

''Vergleicht man physikalische Prozesse mit biologischen, so zeigt sich, daß ihre Perioden nicht im gleichen Takt gehen oder nur kurz vor dem Ableben, wie z.B. kurz vor dem Herztod.[xxiii] Dafür bilden aber die periodischen Vorgänge, die in einem einzelnen Organismus ablaufen, jeweils mindestens eine große Klasse von periodisch äquivalenten Prozessen aus, sie alle gehen nicht im gleichen Takt mit den physikalischen periodischen Prozessen. Dies gilt z.B. für die kaum überschaubaren periodischen Vorgänge, die mit dem Herzschlag verbunden sind: Sie sind für jedes Herz eine eigene große Klasse periodischer Äquivalenz. Diese Klassen nenne ich biologische oder auch organische Klassen. Aber nicht nur in der Biologie findet man taktgleiche Periodizitäten, die nicht in die physikalische Klasse passen, sondern auch in periodischen Vorgängen der Meteorologie, der Psychologie, der Medizin oder der Wirtschaft.[xxiv]'' [ ... ]

''Darum ist es nicht zu verwundern, daß man nur statistische Verteilungen als Ergebnisse medizinischer Untersuchungen erhält, etwa wenn man Wirkungsdauern von Medikamenten in Organismen durch physikalische Uhren mißt. Die physikalische Zeit läßt sich zur Beschreibung lebender Systeme nur dann anwenden, wenn es dabei ausschließlich um physikalisch-chemische Vorgänge geht, wie etwa die Gerinnung des Blutes nach Hautverletzungen. Wenn es aber um die Beschreibung von Vorgängen geht, die von der eigenen rhythmischen Struktur des Organismus abhängig sind, dann ist das physikalische Zeitmaß nicht anwendbar, es läßt sich allenfalls als Parameter für Meßreihen verwenden, der aber später zu eliminieren ist.'' [ ... ]

''Durch die seit einiger Zeit bekannte Tatsache, daß Organe eines Organismus eine eigene Rhythmik, d.h., ein selbständiges PEP-System aufbauen, taucht durch die Systemzeittheorie die Frage auf, wie es der Organismus schafft, die verschiedenen Systemzeiten der Organe des Organismus miteinander zu synchronisieren. Denn wenn er als ein Ganzes agieren soll, dann ist dies nur denkbar, wenn seine verschiedenen Funktionen durch eine gemeinsame Systemzeit aufeinander abgestimmt sind. In der Unfähigkeit des Organismus, die Synchronisation in der erforderlichen Weise zu leisten, läßt sich ein systemzeittheoretischer Krankheitsbegriff bestimmen.
Es ist anzunehmen, daß viele der modernen und leider bisher unheilbaren Zivilisationskrankheiten ihre auslösende Ursache in derartigen Rhythmusstörungen haben. Zu den Desynchronisationskrankheiten - wie ich diesen Krankheitstypus bezeichnen möchte - könnten alle Erkrankungen des Abwehrsystems gehören sowie die große Zahl von psychosomatischen Syndromen.'' [ ... ]

''Dies ist bei dem Versuch zu erkennen, begrifflich zu beschreiben, was wir meinen, wenn wir von einer Ganzheit sprechen. Da behaupten wir ersteinmal mit Aristoteles, daß das Ganze mehr sei als die Summe seiner Teile. Und wenn wir uns fragen, woraus dieses Mehr bestehe, dann ist sofort klar, daß es nicht etwa noch ein Teil mehr ist, sondern etwas, das die Beziehung zwischen den Teilen ausmacht, die das Zusammenwirken der Teile zu einem Ganzen werden läßt. Es liegt nahe, diese Beziehung als eine gegenseitige Abhängigkeit der Teile aufzufassen. Gerade aber diese Gegenseitigkeit können wir mit unseren wissenschaftlichen, hierarchisch geordneten Begriffssystemen nicht erfassen;[xxxi] denn sie entstehen durch einseitige definitorische Abhängigkeiten.''

 Quelle
[xx...]: siehe Quelle
Hervorhebungen: meinerseits


Gleiches gilt, ganz allgemein, auch für jeden Organismus, jede Idee, jede Sonne ... und für jedes vereinzelte Problem. Jedes Problem weckt den Hunger es zu lösen. Schleichen sich jedoch Gewohnheiten ein, bedarf es einer baldigen Diät, die jedoch nicht das eigentliche Problem zu lösen vermögen. Ganz im Gegenteil. Es kommt Eins (1) zum Anderen. Doch die Gewissheit, dass der HUNGER letztendlich gestillt werden kann, treibt Alle an, Köche, wie Großmütter, die EINEN, wie die ANDEREN. Alles eine Frage des gemeinsamen Einschwingens mit dem GANZEN, wobei das GANZE die Philharmonie aller Schwingungen ist. Goldig, oder ? Und der perfekte Augenblick für ein passendes Lied:



... It's so deep, it's so wide
You're inside
Synchronicity
Effect without a cause
Sub-atomic laws, scientific pause
Synchronicity ...

Den kompletten Songtext finden Sie  hier .

So gestalten Großmütter die Küche je nach Notwendigkeit. Großküchen dagegen eröffnen den Köchen ganz andere Möglichkeiten. Auch der Mainstream folgt zur Konsensbildung den Notwendigkeiten für das GANZE, während Alternativen ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Den HUNGER zur Lösung des PROBLEMS verspüren sie alle, doch die Lösungswege, die sie gehen, unterscheiden sich voneinander. Trotzdem, oder genau deswegen, treffen sie sich allesamt im gemeinsamen Ziel, wie Wasser, welches aus einer Quelle, aber verschiedenen Wegen, letztendlich in den Ozean fließt ...


 1  -  -  2   3 -  -   13  -  21  -  34  -  55  -  89  -  144  -  233  -  377  -  610  -  987  -  1597  -  2584  


 Guido Vobig 2012-2013                                                  Mail schreiben     Seitenanfang     Copygift